Vater von John Obi Mikel wurde entführt

Schock für Nigeria-Star vor Entscheidungsspiel

Sportnews > Für Zwischendurch Veröffentlicht am Dienstag, 03. Juli 2018
John Obi Mikel und Lionel Messi

Quelle: Alex Livesey/Getty Images

Nigerias John Obi Mikel spielte während der WM das entscheidende Gruppenspiel obwohl sein Vater in der Heimat entführt worden war. Das gab der Mittelfeldspieler bekannt.

Wenige Stunden vor dem Anpfiff des entscheidenden Gruppenspiels von Nigeria gegen Argentinien (1:2) am 26. Juni erhielt der ehemalige Chelsea-Profi John Obi Mikel die Nachricht, dass sein Vater, Michael Obi, in der nigerianischen Stadt Enugu, von sechs bewaffneten Männern entführt wurde.

Ein Familienmitglied rief Mikel an und überbrachte die Schocknachricht. Der Kapitän Nigerias musste daraufhin eine Nummer anrufen und bekam eine Lösegeldforderung von angeblich rund 24.000 Euro genannt. Unverzüglich leitete er alles für die Übergabe in die Wege. Kurz danach stand er mit seinen Mannschaftskollegen auf dem Platz.

„War total verstört“

Ganz bei sich war der 31-Jährige verständlicherweise aber nicht. „Ich habe gespielt, während mein Vater in der Hand von Banditen war“, gestand Mikel gegenüber der englischen Zeitung „Guardian“. "Ich musste den Schock unterdrücken, war total verstört. Ich wusste nicht, was ich machen sollte. Letztlich wollte ich 180 Millionen Nigerianer nicht einfach im Stich lassen."

Jemanden etwas sagen, konnte er allerdings nicht. Weder seine Mitspieler noch sein Trainer wusste etwas von der Entführung. "Sie haben mir gesagt, dass sie meinen Vater erschießen würden, wenn ich es erzähle.“

Vater wieder frei

Die gute Nachricht: sein Vater kam am vergangenen Montag tatsächlich wieder auf freien Fuß. Allerdings wurde er verletzt. „Leider ist mein Vater jetzt wegen der Folter, die er während seiner Gefangenschaft erlitten hat, im Krankenhaus.“

Kurios: Michael Obi wurde schon zweiten Mal entführt! Bereits 2011 wurde er für die gleiche Summe an Lösegeld wieder frei gelassen.

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