Michael Johnson kämpft sich zurück ins Leben

Sprintlegende braucht nach Schlaganfall 15 Minuten für 200 Meter

Sportnews > Für Zwischendurch Veröffentlicht am Dienstag, 20. November 2018

Quelle: Mike Powell / Getty Images

Einst war er der schnellste Mann der Welt. Ende August erlitt Michael Johnson jedoch einen Schlaganfall. Nun will er sich zurück ins Leben kämpfen.

19,32 Sekunden – so lange, bzw. kurz, benötigte Michael Johnson 1996 bei den Olympischen Spielen in Atlanta für die Distanz von 200 Metern. Weltrekord, Olympiarekord, Goldmedaille. Er war zu seiner Zeit der dominanteste Sprinter von allen und rannte der Konkurrenz ein ums andere Mal davon.

Doch durch einen Schlaganfall Ende August diesen Jahres wurde die ehemals perfekt Welt des US-Amerikaners völlig auf den Kopf gestellt. 15 Minuten braucht die Leichtathletik-Legende mittlerweile für die 200 Meter. Diese Zeit stoppte er auf dem Korridor einer Klinik in Los Angeles, wo sich der 51-Jährige behandeln lässt. Es war das erste Mal seit drei Tagen, dass er das Bett verlassen hat.

„Ich habe 15 Minuten gebraucht“, sagte er der englischen Zeitung „The Telegraph“. Seit seinem am 31. August erlittenen Schlaganfall, war es sein erstes Interview überhaupt.

Johnson will schnell zurückkommen

Seine „neue Bestzeit“ deprimiert den Welt-Leichtathlet von 1996 und 1999 allerdings nicht. Er sieht es als Motivation an. „Ich war auf dieser Distanz der schnellste Mensch der Welt. Aber ich bin jetzt nicht entmutigt. Ich ging in mein Zimmer zurück400 und sagte zu meiner Frau: ,Ich werde mich vollständig erholen, und ich werde mich schneller erholen als jeder andere zuvor‘“, gibt sich Johnson kämpferisch.

Der vierfache Olympiasieger pflegte eigentlich einen sehr gesunden Lebensstil. Daher kam der Schlaganfall für ihn völlig überraschend. „Ich habe keine Vorgeschichte von Herzkrankheiten, ich rauche nicht, ich habe trainiert, als dies geschah, ich esse kein Junkfood.“

Johnson (l.) bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney nach seinem Triumph über die 400 Meter. (Bild: Mike Powell / Getty Images)

Er sei anfangs daher „sehr wütend“ gewesen, „weil ich dachte, ich hätte alle Dinge richtig gemacht und alle Opfer gebracht. Warum passiert mir das?“

Erst Bolt brach sein Rekord

In den 1990er Jahren war Johnson der alles überragende Sprinter über 200 und 400 Meter. Zwischen 1993 und 1999 konnte ihn auf der gesamten Stadionrunde bei Weltmeisterschaften niemand schlagen.  Nie wieder wurde ein Sprinter vier Mal in Folge Weltmeister über die 400 Meter.

Zwölf Jahre brauchte es, bis sein legitimer Nachfolger Usain Bolt bei den Olympischen Spielen in Peking 2008 Johnsons Weltrekord über 200 Meter von 19,32 um zwei Tausendstelsekunden verbesserte.

Nun will Michael Johnson erneut einen Erfolg feiern. Allerdings keinen sportlichen, sondern die Rückkehr in ein normales Leben.

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