"Mischung aus Tennis und Volleyball"

Die Deutschen Meisterschaften des Faustballs

Sportnews > Für Zwischendurch Veröffentlicht am Dienstag, 12. März 2019

Quelle: Stephane Dezort

Wie bereits 2018 richtet auch in diesem Jahr der TV Käfertal die Deutsche Meisterschaft im Faustball aus. Nick Trinemeier Angreifer vom Gastgeberverein, erzählt uns, was Faustball überhaupt ist, wie es gespielt wird und berichtet über die kommenden Meisterschaften. Diese finden statt am 16. und 17. März in der GBG-Halle am Herzogenried in Mannheim.

Wir können uns freuen auf „eine tolle Sportart und auf viele Fans, die für gute Stimmung sorgen“ - Nick Trinemeier, mit der deutschen Nationalmannschaft 2014 Europameister, 2015 Weltmeister und 2017 World-Games-Sieger sowie mit dem TSV Pfungstadt elfmaliger Deutscher Meister im Faustball, blickt mit voller Freude auf die kommenden Deutschen Meisterschaften in Mannheim. Nach dem überraschenden Vize-Titel im vergangenen Jahr mit dem TV Käfertal hofft er auch dieses mal auf ein positives Abschneiden. Als Hauptangreifer und absoluter Leistungsträger des TVK werden dabei viele Blicke auf ihn gerichtet sein. Wir haben im Vorfeld der Meisterschaft mit ihm gesprochen.

vereinsleben.de: Nick, viele wissen wahrscheinlich gar nicht, was Faustball überhaupt ist. Erklären Sie es uns doch bitte einmal.

Trinemeier: Faustball ist eine Rückschlagsportart, ähnlich wie Volleyball. Es wird gespielt in 2 Teams, jeweils 5 Personen pro Team. Das Feld ist in der Mitte durch eine Art Netz getrennt. Ebenso versuchen wir den Ball ins gegnerische Feld zu schlagen, sodass diese den Ball nicht mehr zurück schlagen kann. Größter Unterschied ist, dass der Ball zwischen den Ballkontakten aufspringen darf. Dadurch ist unser Feld deutlich größer als das vom Volleyball. In der Halle spielen wir auf dasselbe Spielfeld wie Handballer.

vereinsleben.de: Heißt also auch viel mehr laufen?

Trinemeier: Genau, viel mehr laufen. Auf jeden Fall längere Strecken als beim Volleyball.

vereinsleben.de: Es heißt zwar Faustball, aber verglichen mit Volleyball, darf man auch mit der flachen Hand auf den Ball schlagen oder wirklich nur mit der Faust?

Trinemeier: Wenn man die Hand benutzt, muss diese geschlossen sein. Wenn man mit dem Arm spielt, was auch erlaubt ist, jeweils nur einer. Also entweder der linke oder der rechte, nicht wie beim Pritschen oder Baggern. Das heißt, nur Fast und / oder nur ein Arm.

Bei den Deutschen Meisterschaften 2018 wurde Nick Trinemeier mit dem TV Käfertal überraschend Vizemeister (Bild: Hamo Dawan).

vereinsleben.de: Was macht denn für Sie Faustball so besonders?

Trinemeier: Ich finde die Spielidee super. Man spielt als Team zusammen. Man benötigt verschiedene Attribute, um das Spiel zu meistern. Die Mannschaft muss sich gut untereinander absprechen, damit der Raum aufgeteilt ist. Durch den großen Raum, den es zu verteidigen gilt, muss man auch schnell sein. Man benötigt ein gutes Ballgefühl, um die Bälle überhaupt kontrollieren zu können mit einem Arm. Insbesondere im Angriff muss man ein gewisses Maß an Kraft mitbringen. Und auch eine gute Ausdauer ist wichtig, wenn das Spiel etwas länger geht. Es verbindet somit viele verschiedene Elemente. Das ist es, was es für mich so spannend macht.

vereinsleben.de: Also ist es tatsächlich eine Mischung aus Handball und Volleyball?

Trinemeier: Ich würde eher behaupten eine Mischung aus Tennis und Volleyball. Bei Tennis darf auch der Ball aufspringen, Mannschaftsgröße ist wie beim Volleyball. Wir spielen natürlich nicht mit Schlägern, deshalb beschreibt es diese Mischung am ehesten.

vereinsleben.de: Sie sind Angreifer beim TV Käfertal, wie sind Sie denn zum Faustball gekommen?

Trinemeier: Ich bin in Mannheim geboren, dann nach Käfertal gezogen. Dort gibt es schon seit Jahrzehnten ein Faustballverein. Mein älterer Bruder hat angefangen, andere Jungs in der Straße haben schon gespielt und ich wollte dementsprechend auch mit. So bin ich als 4 oder 5 jähriger Junge auf den Faustballplätz. Meine zwei jüngeren Brüder sind auch irgendwann mit ins Training und es hat sich dadurch auch zu einer Art Familiensport für uns entwickelt.   

vereinsleben.de: So wie bei anderen Familien und Jungs es der Fußball ist?

Trinemeier: Ja, genau.

2016 kehrte Nick Trinemeier nach acht Jahren beim TSV Pfungstadt wieder zu seinem Heimatverein TV Käfertal zurück (Bild: Hamo Dawan).

vereinsleben.de: Mit dem TV Käfertal richtet Ihr jetzt schon zum zweiten Mal in Folge die Deutsche Meisterschaft in der Halle aus. Letztes Jahr seid Ihr da sensationell zweiter geworden. Was war das für ein Gefühl, vor heimischem Publikum gegen die besten Mannschaften Deutschlands um den Titel zu kämpfen?

Trinemeier: Es hat riesen Spaß gemacht. Es war eine wunderbare Stimmung, die Halle war voll. Wir wurden deshalb ganz besonders gut unterstützt und angefeuert. Es war für uns alle etwas wirklich Besonderes zu Hause so etwas zu erleben. Und natürlich hoffen wir jetzt, nächste Woche vor einer ähnlichen Atmosphäre spielen zu können. Letztes Jahr hat es uns definitiv beflügelt. Ich bin optimistisch, dass es nächste Woche ähnlich sein wird.

Leute sollen begeistert nach Hause gehen

vereinsleben.de: Wie bereits erwähnt, Deutsche Meisterschaft in der Halle, 16. und 17. März: Was wünschen Sie sich dafür?

Trinemeier: Ich wünsche mir, dass viele Leute in die Halle kommen. Nicht nur diejenigen, die Faustball schon kennen, sondern auch vielleicht der ein oder andere Neue, der sich dafür interessiert, den Weg in die Halle findet. Dass sie sich den Sport mal anschauen und hoffentlich begeistert nach Hause gehen. Und natürlich für uns als Team, dass wir so gut spielen, wie wir uns das wünschen und wir auch möglichst weit kommen.

vereinsleben.de: Was ist denn sonst noch Euer Ziel dieses Jahr?

Trinemeier: Für die Deutsche Meisterschaft direkt, wollen wir die Vorrunde überstehen. Das würde bedeuten, dass wir im Halbfinale stehen.  Dann kommt es auf die Konstellation an, auf welche Mannschaft wir treffen. Die Vizemeisterschaft letztes Jahr war eine Überraschung, deshalb wollen wir da nicht so hoch greifen. Das Ziel ist eher eine Medaille zu bekommen. Das ist für uns schon ein großer Erfolg. Wir wollen uns aber nicht unter Druck setzen, dass wir unbedingt ins Finale müssen, sondern sehen das entspannt.

Eine volle Halle bei der Deutschen Meisterschaft wünscht sich der TV Käfertal erneut (Bild: Rouven Schönwandt).

vereinsleben.de: Damit noch ein mehr Anreiz auf die Deutsche Meisterschaft im Faustball entsteht: worauf können sich die Zuschauer freuen?

Trinemeier: Zunächst einmal auf tollen Sport. Auf viele Fans, die für gute Stimmung sorgen. Auf eine faire Sportart, auch im Umgang miteinander und untereinander. Auch zwischen Fans und Mannschaften. Genauso aber auch auf eine tolle Partystimmung von unserem Verein Käfertal. Es wird zu einer großen Party für Fans und auch Spieler, welche Sonntag nicht mehr dabei sind, kommen. Es gibt genügt Gründe für alle Menschen in der Region sich Faustball anzuschauen.

vereinsleben.de: Kann man denn noch kurzfristig Karten kaufen? Oder wo bekommt man generell diese her?

Trinemeier: Im Moment kann man die Karten noch im Vorverkauf erwerben. Dieser wird aber ein paar Tage vor der Meisterschaft schließen, sonst kommen die Karten nicht mehr pünktlich an. Dann aber an der Tageskasse, in der GBG-Halle am Herzogenriedin Mannheim. Wenn man frühzeitig kommt, bin ich optimistisch, dass man noch Karten ergattern kann.

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