Homophober Profi verliert Vertrag

Australischer Rugby-Star Israel Folau vor dem Aus

Sportnews > Für Zwischendurch Veröffentlicht am Sonntag, 19. Mai 2019

Quelle: picture alliance / empics

Der australische Rugby-Star Israel Folau hat seine negative Meinung zu Homosexuellen mehrfach offiziell kund getan, was ihm nun seinen Vertrag gekostet hat. Damit ist die Karriere beendet, Reue zeigt der 30-Jährige aber nicht.

Im April hatte Israel Folau auf seinem Instagram-Konto geschrieben: "Die Hölle erwartet euch. Tut Buße! Nur Jesus kann euch retten." Addressiert war diese Nachricht an "Trinker, Homosexuelle und Ehebrecher". Darüber hinaus empörte er sich auf Twitter darüber, dass bei Eintragungen ins Geburtenregister im Bundesstaat Tasmanien künftig das Geschlecht nicht mehr festgelegt werden muss.

Wegen dieser Äußerungen hat der Rugby-Star nun seinen milionenschweren Profi-Vertrag verloren. Dafür sorgte der australische Rugbyverband Rugby Australia (RA), der die Zusammenarbeit "wegen eines besonders schweren Bruchs der Verhaltensregeln" kündigte. Der streng gläubige Folau hatte bereits im vergangenen Jahr eine Verwarnung kassiert, weil er Homosexuelle zur Hölle gewünscht hatte. Nach mehreren Anhörungen vor einem  eigens einberufenen Tribunal des australischen Rugby-Verbandes kam dieses zu dem Ergebnis, dass Folau den "Verhaltenskodex des Sports verletzt" hat.

Er wird damit wohl nicht bei der WM in vier Monaten in Japan für die Wallabies auflaufen. Sein Verein, die New South Wales Waratahs äußerten sich noch nicht, wollte den Profi bis zur vollständigen Klärung des Falls aber nicht einsetzen. Folau hat 72 Stunden Zeit, um gegen die Entscheidung Einspruch einzulegen. "Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen. Denjenigen, die nach seiner Bestimmung berufen sind", zitierte Folau als Reaktion bei Twitter und erläuterte: "Ich glaube an einen Gott, der alles kontrolliert. Was auch immer sein Wille ist, ob ich jetzt weiter Rugby spiele oder nicht - ich bin mehr als glücklich, das zu tun, was er für mich vorsieht."

Artikel Teilen

Mehr zum Thema

Das könnte Dich auch interessieren

Fußballer nutzt Gold Cup zur Flucht

Yasmani López aus Kuba (Rückennummer 4) war einer der Erfahrensten im Kader seines Heimatlandes. Nun hat er seine Teilnahme am Gold Cup in den USA gen...

Spieler macht Jagd auf Schiedsrichter

Bei einem Amateur-Fußballspiel in der Kreisliga in Duisburg kam es zu grauenvollen Szenen: Spieler und Trainer der Heimmannschaft machten Jagd auf die...

Artikel 14.1.1 soll Vettel helfen

Ferrari bleibt hartnäckig: Nach der Zeitstrafe gegen Sebastian Vettel beim Rennen in Montréal nutzt der italienische Formel-1-Rennstall weitere Mittel...