Kurioses von der Tour

Betrunkene Fahrer, prügelnde Fans und mehr

Sportnews > Für Zwischendurch Veröffentlicht am Montag, 04. Juli 2016

Quelle: Shutterstock.com

Am Wochenende beginnt die 103. Tour de Frace im französischen Mont-Saint Michel. Wir zeugen Euch die besten & skurillten Storys in der Geschichte der Tour.

Mit Schlafmittel, Juckpulver und Abkürzungen

Die zweite Auflage im Jahr 1904 war geprägt von Skandalen, da sich Fahrer, Betreuer und Zuschauer uneinig darüber waren, wer gewinnen sollte und kräftig mitmischten um ihren Favoriten zum Sieg zu verhelfen. So füllte man Jean Fischer ein Abführmittel in sein Getränk während Henri Cornet eine mit Schlafmittel präparierte Hühnerkeule aß, sodass er während der Etappe einschlief und stürzte. Jean-Baptiste Dortignacq  und Philippe Jousselin litten unter fürchterlichen Sitzbeschwerden weil man ihnen Juckpulver ins Trikot gestreut hatte und Ferdinand Payan fuhr mit einem angesägten Rahmen, der während des Rennens brach. Später wurde Payan disqualifiziert, da er einen mutmaßlichen Täter niedergeschlagen haben soll. Die Fäuste flogen aber auch bei den Zuschauern: Diese verprügelten Fahrer und streuten Nägel auf die Strecke. Maurice und Cesar Garin, Lucien Pothier und Hyppolite Aucouturier führten in Paris die Gesamtwertung der Tour 1904 an. Aber nicht, weil die vier die besten Fahrer ihrer Zeit waren, sondern weil sie eifrig die Landkarte studiert und zeitsparende Abkürzungen ausgetüftelt hatten. So legten die vier einen Teil der Strecke mit dem Zug zurück, wurden an einem Bahnhof  aber von einem Jungen gesichtet, der sie verpetzte. Daraufhin wurden alle vier disqualifiziert und der erst 19-jährige Cornet trotz Schlafmittel-Attacke zum Sieger erklärt. Damit ist er bis heute der jüngste Tour-Sieger.

Vom Alkohol ausgebremst

Der Algerier Abdel-Kader Zaaf zeigte während der Tour 1950 auf der 13. Etappe von Perpignan nach Nîmes zunächst sein ganzes Können: Er schaffte es, bei einem Ausreißversuch unter sengender Sonne über zehn Minuten Vorsprung herauszufahren, dann machte ihm die Hitze aber irgendwann doch zu schaffen: Völlig erschöpft genehmigte sich Zaaf vor einem Straßencafé zwei Flaschen Weißwein zur Stärkung, musste dem Alkoholkonsum aber schon wenig später Tribut zollen und schlief unter einem Baum ein. Nach dem Nickerchen völlig verwirrt, wollte Zaaf das vorbeigefahrene Feld wieder einholen – fuhr aus Versehen aber in die falsche Richtung und damit zurück nach Perpignan. Danach war für Zaaf die Tour in diesem Jahr beendet. Zaaf selbst erzählte den Vorfall später anders: Ein Zuschauer habe ihm eine Flasche gereicht, von deren Inhalt ihm schwindelig geworden war. Daraufhin sei er vom Rad gestürzt,  Zuschauer hätten ihn unter einen Baum gelegt und ihm Wein eingeflößt. Welche Geschichte stimmt kann wohl nicht mehr geklärt werden, Zaaf verstarb im September 1986.

Baden statt Radeln

Auch die anschließende 14. Etappe von Nîmes nach Toulon sollte in die Geschichtsbücher der Frankreich-Rundfahrt eingehen: Dafür sorgte der belgische Radprofi Albéric Schotte. Aufgrund der unerträglichen Hitze verständigte sich Schotte mit seinen Kollegen darauf, eine erfrischende Pause einzulegen. Als das Hauptfeld eine Küstenstraße bei Grimault passierte, ordneten die Teamkapitäne eine kollektive Schwimmpause an. Etwa 60 Fahrer gingen darauf ins Mittelmeer um zu baden.

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