Die Metamorphose der "Schmetterlinge"

Die Entwicklung von Deutschlands Volleyballerinnen

Sportnews > Für Zwischendurch Veröffentlicht am Mittwoch, 27. April 2016

Quelle: Olaf Kosinsky / Wikipedia / Lizenz: CC-BY-SA-3.0-DE

Die deutschen Volleyballerinnen kämpfen wieder um die vorderen Plätze im europäischen Vergleich. Doch das war nicht immer so.

Die deutschen Volleyballerinnen stehen erneut in der Zwischenrunde der EM in den Niederlanden. Die Zweitplatzierten von 2013 gewannen das letzte Gruppenspiel gegen Tschechien souverän mit 3:0

 

Positive Entwicklung

Dass die deutsche Nationalmannschaft heute wieder um die vordersten Plätze mitspielt, hätte vor rund zehn Jahren wohl niemand vermutet. Zu tief saß der Frust über einen enttäuschenden neunten Platz bei der EM 2005 in Kroatien. Doch mit der Ernennung von Giovanni Gudetti zum neuen Bundestrainer ging es für die Volleyball-Damen wieder bergauf. Vor allem auf europäischer Bühne konnte das Team wieder überzeugen.

 

Mit ihm kam der Erfolg zurück - Giovanni Guidetti (Bild: Olaf Kosinsky / Wikipedia / Lizenz: CC-BY-SA-3.0-DE)

 

Nachdem man bei den Europameisterschaften 2007 und 2009 den sechsten Platz und dann Platz 4 erringen konnte, führte der Italiener das Team bei der Weltmeisterschaft 2010 auf Rang 7 und damit die beste Platzierung seit 16 Jahren. Bei der EM 2011 in Italien zog das deutsche Team bis ins Finale ein und gewann die Silbermedaille. Diese konnte 2013 bei den Titelkämpfen im eigenen Land erfolgreich verteidigt werden.

 

Zerwürfnis nach der WM 2014

Einen Tiefpunkt erlebte das erfolgreiche Gespann aus Spielerinnen und Guidetti dann allerdings bei der Weltmeisterschaft 2014 in Italien. Trotz hoher Ambitionen schied die deutsche Mannschaft bereits früh im Turnierverlauf aus und wurde lediglicher Neunter. Im Anschluss kam es zu Diskussionen zwischen einigen Spielerinnen und Guidetti, der daraufhin seinen Rücktritt anbot.

 

Nicht immer einer Meinung - Giudetti und seine Spielerinnen (Bild: Olaf Kosinsky / Wikipedia / Lizenz: CC-BY-SA-3.0-DE)

 

Der DVV lehnte diesen zwar zunächst ab, allerdings nur um wenig später die einvernehmliche Trennung von dem Italiener bekannt zu geben. Offiziell wurde Guidettis zweite Tätigkeit als Technischer Direktor bei einem türkischen Volleyball-Verein angegeben. Dadurch habe er nicht genug Zeit, sich um den Umbruch im deutschen Team zu kümmern.

Sein Nachfolger wurde Guidettis Landsmann Luciano Pedullà, der das Team nun neu ordnen und neue Erfolge feiern soll. Am besten schon bei der laufenden EM ...

 

Anfänge zum "vergessen"

Blickt man auf die Anfänge des Frauen-Volleyballs lässt sich schnell feststellen, dass der Sport zu diesen Zeiten alles andere als erfolgreich betrieben wurde. Erst 19 Jahre nach der erstmaligen Teilnahme 1958 erreichte ein deutsches Team bei einer EM einen einstelligen Platz. Bis zur Wiedervereinigung 1990 sollten ein 5. Platz bei einer EM und ein 13. Platz bei einer WM die besten Ergebnisse bleiben.

Die Wiedervereinigung mit der DDR setzte allerdings ungeahnte Kräfte frei. Bereits bei der EM 1991 konnte man die Bronze-Medaille erringen und auch bei der WM 1994 sollte das Team sich im Vergleich zur letzten Austragung um acht Plätze verbessern. Hatte man 1990 nur den 13. Rang belegt, durfte man sich vier Jahre später über Platz fünf freuen - bis heute das beste Ergebnis einer deutschen Frauen-Nationalmannschaft bei einer Volleyball-Weltmeisterschaft. In den folgenden Jahren etablierte sich das Team zwar in Europas Spitze, für den ganz großen Triumph reichte es allerdings nicht.

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