Der Kampf um den FIFA-Thron

Wer schnappt sich Blatters Zepter

Veröffentlicht am Mittwoch, 27. April 2016
Quelle: wikipedia/Tine Harden/CC BY-SA 2.0

 

Jerome Champagne

Der Franzose ist der fünfte Anwärter auf das höchste Amt im Weltfußball, das Präsidentenamt bei der FIFA. Gleichzeitig ist der  57-jährige jedoch auch der krasse Außenseiter. Ihm werden bei der Wahl kaum realistische Chancen ausgerechnet, zu wenige Nationalverbände konnte der ehemalige FIFA-Generalsekretär bisher hinter sich bringen. Im Gegensatz zu seinen Mitkonkurrenten Infantino (UEFA) und Scheich Salman (AFC) hat Champagne keinen Kontinentalverband als Unterstützung im Rücken. Aber immerhin hat er eine Fußball-Legende als Unterstützer. Der Brasilianer Pelé (75) steht zwar hinter Champagne, jedoch ist Pele selbst bei der Wahl nicht stimmberechtigt und daher kein großer Vorteil für Champagne.

 

Radikaler Umbruch

„Der Fußball darf niemals der unsichtbaren Macht des Marktes überlassen werden.“ Mit solchen Aussagen kündigte Champagne sein Bestreben für die Kandidatur um das Präsidentenamt an. Vor seiner Karriere als Fußballfunktionär arbeitete Champagne in der Politik. Er war für Frankreich im diplomatischen Dienst tätig, arbeitete in Botschaften und Konsulaten im Oman, den USA, Kuba und Brasilien. Schon 2015 wollte Champagne kandidieren, erreichte damals aber nicht die benötigten fünf Unterstützerstimmen der Nationalverbände. Seine Kandidatur ein Jahr später steht unter dem Motto „Hope for Football“ – Hoffnung für den Fußball. Der Franzose will vor allem zwischen Kontinenten, Ländern und Meisterschaften justieren um „mittelständische“ Klubs wieder mehr Möglichkeiten im internationalen Fußball zu geben. Dazu zieht er auch eine Neuverteilung der TV-Gelder in Betracht. Den Infantino-Vorschlag, künftig Weltmeisterschaften mit 40 Mannschaften auszurichten, kritisierte er stark und hält ihn für unverantwortlich: „Schon mit 32 Mannschaften ist es eine riesige Herausforderung, eine WM vernünftig zu organisieren. Es dient nur dazu, Stimmen zu bekommen.“

 

Beziehung zu Blatter

Der, in der Schweiz lebende, Champagne gilt als einer der engsten Blatter-Vertrauten überhaupt. Unter Blatters Präsidentschaft war Champagne in den unterschiedlichsten Funktionen für den Weltverband tätig. Zunächst als Direktor für internationale Beziehungen, was dem ehemaligen Diplomaten und gebildeten Politiker sehr gelegen kam. 2007 verhalf er zusammen mit Blatter seinem Landsmann Michel Platini zum UEFA-Vorsitz. 2010 schied Champagne als damaliger stellvertretender Generalsekretär aus der FIFA aus, nachdem er einen internen Machtkampf mit Mitgliedern aus dem Exekutivkomitee verloren hatte. Bis heute verteidigt der Franzose den Noch-Präsidenten. Seine enge Verbindung zu dem mittlerweile gesperrten Joseph S. Blatter passt jedoch so gar nicht zum Bestreben, die FIFA aus dem tiefen Korruptionssumpf ziehen zu wollen.

 

Quick-Facts

Name: Jerome Champagne

Alter: 57 Jahre

Nationalität: Frankreich

Verband: Ex-FIFA-Generalsekretär

Die Versprechen: „Hope für Football!“,l, Ungleichgewicht zwischen Kontinenten, Ländern und Meisterschaften justieren, Neuverteilung der Fernsehgelder

Bekannte Unterstützer: wollte schon 2015 antreten, bekam aber nur 3 von nötigen 5 Unterstützerstimmen, Pelé

Chancen: sehr gering

HIER FINDET IHR DIE ANDEREN BISHER VORGESTELLTEN KANDIDATEN DER FIFA-PRÄSIDENTENWAHL: 

 

Prinz Ali Bin-al-Hussein

Gianni Infantino

Tokyo Sexwale

Scheich Salman bin Ibrahim Al Chalifa

 

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