Der Kampf in meinem Kopf

Wie muss F1-Star Alonso seinen Unfall verarbeiten?

Veröffentlicht am Mittwoch, 27. April 2016
Quelle: Screenshot Youtube / Newpress24

Es war der Schockmoment beim Saison-Auftakt der Formel 1 am vergangenen Sonntag in Melbourne. McLaren-Pilot Fernando Alonso kollidiert beim Überholversuch mit dem Haas-Racer von Esteban Gutierrez bei knapp 300 km/h, kracht in die Mauer, überschlägt sich mehrfach und prallt gegen eine Mauer in einer Kurve. Wie durch ein Wunder konnte der Spanier aus dem komplett zerstörten Wrack alleine und unverletzt aussteigen.

 

Es war nicht der erste schwere Crash in den Alonso verwickelt wurde. Auch beim Belgien-GP im Jahr 2013 entkam er nur knapp einer Katastrophe als der damalige Lotus-Pilot Romain Grosjean mit seinem Auto nur knapp an Alonsos Kopf vorbei fliegt. Doch wie geht es nach dem neuerlichen Horror-Crash weiter für Alonso? Kann so ein heftiger Unfall auch im Kopf Spuren hinterlassen? Biyon Kattilathu ist ein erfolgreicher Mental-Coach, der unter anderem schon für mehrere TV-Sender vor der Kamera stand und auch prominente Sportler betreut.

 

Biyon Kattilathu ist unter anderem erfolgreicher Mental-Coach, gleichzeitig aber auch jüngster Träger des Schwarzen Gurtes und Deutscher Meister im Taekwondo, außerdem besitzt er einen Doktor-Titel im Bereich der (Kunden-)Psychologie - Bild: Biyon Kattilathu

 

Er glaubt nicht, dass Alonso bleibende mentale Schwächen davon tragen wird: „Man kann nach so einem Vorfall definitiv wieder ans Limit gehen. Dafür darf die Erfahrung allerdings nicht verdrängt werden. Zudem muss man sich auch die Zeit gönnen mental und körperlich zu regenieren, ohne Druck für sich zu erzeugen.“

 

Konfrontation statt ignorieren

Bereits in zwei Wochen findet in Bahrain das nächste Rennen statt. Ob Alonso schon bis dahin wieder mental voll auf der Höhe ist, ist für den Experte fraglich. „Das hängt von der mentalen Stärke der jeweiligen Person ab. Erfahrungsgemäß dauert es mindestens 4-6 Wochen bevor man wieder „voll da ist“, aber das variiert“, so Kattilathu. Aber: „Die Fahrer sind ohnehin mental fit. Nun liegt es an ihnen selbst, sich direkt mit der Situation zu konfrontieren und den Fokus auf die „gute Erfahrung“ zu richten. Dafür sind Freunde, Familie und eventuelle Coaches extrem wichtig.“

Um den Unfall zu verarbeiten empfiehlt der Mental-Coach, sich die Situatuion immer wieder anzuschauen. „Ich bin ein Fan der Konfrontationsmethode. Das bedeutet den Unfall unbedingt anschauen. Vielleicht zuerst mit Personen deines Vertrauens. „Nicht schauen“ verdrängt das Ereignis lediglich.“

 

Der Wagen von Alonso ist nur noch ein einziges Wrack - Bild: Screenshot Youtube / Newpress24

 

Der 31-jährige Deutsche Meister im Taekwondo und Doktor im Bereich Marketing sieht eine Gefahr, falls der Unfall einfach nur verdrängt werden sollte: „Dies bedeutet, dass es unterbewusst trotzdem präsent ist. Im schlimmsten Falle kann dieses Ereignis dann irgendwann wieder ins Bewusstsein rücken und eine dauerhafte Angst / Blockade auslösen.“

Besonders wichtig ist für ihn: „Das Video anschauen und den Fokus auf das Gute richten. Also nicht versuchen sich an eventuelle Schmerzen zu erinnern, sondern sich auf Dankbarkeit und Wertschätzung konzentrieren.“

 

Erfahrung kann einen stärker machen

Dankbar ist Alonso definitiv. Nur einen Tag nach seinem Unfall schrieb er auf Facebook: „Ich bin mir bewusst, dass ich heute einiges von dem Glück, was man im Leben hat, verbraucht habe.“ Dass eine solche Erfahrung einen aber auch wachsen lässt, davon ist Motivations-Coach Biyon Kattilathu überzeugt: „Motivation“ beinhaltet das Wort ‚Motiv‘, also das ‚Warum‘. Wenn das wieder voll da und stärker als die Furcht ist, dann ist man nicht zu stoppen.“

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