Nach dem Wolfsburg-Coup

Die größten Sensationen im Europapokal

Veröffentlicht am Mittwoch, 27. April 2016
Quelle: Mitch Gunn / Shutterstock.com

Viele halten das Ergebnis für eine echte Fußball-Sensation. Wenn man bedenkt, dass die Niedersachsen bisher eine sehr durchwachsene Saison spielen und derzeit nur im Tabellenmittelfeld der Bundesliga zu finden sind. Real dagegen reiste als frischgebackener „Clasico“-Sieger in die Autostadt, lies den gewohnten Glanz jedoch über fast 90 Minuten vermissen. Nur viermal konnten die „Königlichen“ auf deutschem Boden bisher gewinnen. Wir haben für euch einige der größten Sensationen in der Europapokalgeschichte rausgesucht.

 

Carl Zeiss Jena - Sporting Lissabon - 4:2 (2:1 / 2:1)

In der Saison 1970 / 71 setzte sich Carl Zeiss Jena in der 2. Runde gegen den portugisischen Top-Klub Sporting Lissabon durch. Nachdem man bereits das Hinspiel in Jena für sich entscheiden konnte, gewann Jena auch in Portugal mit 2:1. Derzeit spielen die Thüringer in der Regionalliga Nordost, Sporting Lissabon ist dagegen Dauergast im europäischen Wettbewerb.

           

TSV 1860 München - Real Madrid - 2:3 (1:0 / 1:3)

Die Sensation lag in der Luft als der TSV 1860 München in der Saison 1966 / 67 in der 2. Runde auf die Königlichen traf. Das Hinspiel gewannen die Löwen durch ein Tor von Hans Küppers überraschend mit 1:0. Und auch im Rückspiel sah es zunächst gut aus für die Münchner. Nach einer Viertelstunde erzielte Rudolf Brunnenmeier die Führung für den TSV. Doch Real drehte das Spiel durch Tore von Grosso, Velosso und Pirri.

 

Eintracht Braunschweig - Juventus Turin - 3:3 (3:2 / 0:1)

Im Viertelfinale des Cups der Landesmeister traf Eintrach Braunschweig in der Saison 1967 / 68 auf den italienischen Traditionsklub Juventus Turin. Im Hinspiel gerieten die Löwen zunächst durch ein Eigentor von Peter Kaack in Rückstand, doch Kaack machte seinen Fehler wieder wett und traf zum Ausgleich. Noch vor der Pause trafen Hans-Georg Dulz und Horst Berg für die Braunschweiger. Erst in der 82. Minute war es dann Giovanni Sacco, der für die Italiener verkürzen konnte. Im Rückspiel sah es lange Zeit gut aus für Braunschweig. Ein verwandelter Elfmeter für Juventus in der 88. Minute sorgte dann allerdings für den Ausgleich in der Gesamtrechnung. Im Entscheidungsspiel setzten sich dann die alte Dame aus Turin durch und zog ins Halbfinale ein.

 

Real Madrid - Hamburger SV - 3:5 (2:0 / 1:5)

Die Halbfinalpartien der Saison 1979 / 80 zwischen Real Madrid und dem HSV sollten in die Geschichte der Norddeutschen eingehen. Das Hinspiel in Madrid gewannen die Königlichen souverän mit 2:0. Das Rückspiel sollte nur noch Formsache sein. Doch angeführt von den beiden Doppel-Torschützen Manfred Kaltz und Horst Hrubesch gewann der HSV sensationell mit 5:1 und zog somit ins Finale ein. Hier verpasste man allerdings durch eine 0:1-Niederlage gegen Nottingham Forest den größten Triumph der Vereinsgeschichte.

(Quelle: youtube.com/RapTV)

Hamburger SV – FC St. Johnstone – 2:4 (2:1 / 0:3)

In der ersten Runde der Saison 1971 / 72 musste der Hamburger SV gegen den FC St. Johnstone aus Schottland antreten. Im Hinspiel konnte durch zwei Tore von Klaus Zaczyk mit 2:1 gewonnen werden. Jim Pearson markierte den zwischenzeitlichen Ausgleich für die Schotten. Im Rückspiel wollten die Hanseaten durch einen guten Auftritt den Einzug in die nächste Runde perfekt machen. Doch die Mannschaft um Uwe Seeler und Manfred Kaltz versagte auf ganzer Linie. Henry Hall, erneut Jim Pearson und Gordon Whitelaw trafen für St. Johnestone, der HSV war bereits in der ersten Runde ausgeschieden.

 

FC Porto – Dynamo Dresden – 1:3 (1:2 / 0:1)

1972 traf Dynamo Dresden in der dritten Runde auf den FC Porto aus Portugal. Bereits im Hinspiel in Portugal legte Dresden mit 2:1-Sieg den Grundstein für das Erreichen des Viertelfinals. Frank Richter und Hans-Jürgen Kreische trafen für den Ost-Klub. Richter war es dann auch, der mit seinem Tor im Rückspiel den Einzug in die nächste Runde perfekt machte.

 

RWD Molenbeek – FC Schalke 04 – 2:1 (1:0 / 1:1)

In der dritten Runde der Saison 1976 / 77 blamierte sich der FC Schalke 04 gegen den belgischen Vertreter RWD Molenbeek. Alexander Lafont schoss die Belgier im Hinspiel zu einem 1:0-Heimsieg. Im Rückspiel wollte das Schalker Team um Stürmerstar Rüdiger Abramczik das Ruder unbedingt noch einmal herum reißen, doch mehr als ein 1:1 kam nicht zustande. Damit war S04 draußen.

 

1. FC Köln – FC Barcelona – 4:1 (0:1 / 4:0)

Ein echtes Hammerlos wartete auf den FC Köln in der zweiten Runde des Jahres 1980. Man traf auf den spanischen Spitzenklub FC Barcelona. Und ausgerechnet im Hinspiel in Köln gewannen die Katalanen durch ein Tor von Quini mit 1:0. Im Rückspiel musste der FC also unbedingt mit zwei Toren Vorsprung gewinnen um doch noch in die nächste Runde einzuziehen. Und tatsächlich, die Domstädter spielten wie aus einem Guss und nahmen Barcelona mit 4:0 in deren Stadion auseinander. Strack, Engels, Littbarski und Müller erzielten die Tore für Köln.

(Quelle: youtube.com/Richard Meyer)

Real Madrid – FC Kaiserslautern – 3:6 (3:1 / 0:5)

Was sich heute liest wie ein schlechter Scherz ist 1982 im Viertelfinale tatsächlich passiert. Die roten Teufel müssen gegen Real Madrid ran und verlieren das Hinspiel in Madrid erwartungsgemäß mit 1:3. Was sich dann allerdings im Rückspiel zugetragen hat, kann man getrost als Fußball-Wunder bezeichnen. Der FCK lässt Real nicht den Hauch einer Chance und schickt die Madrilenen mit 5:0 zurück in die spanische Hauptstadt. Friedhelm Funkel war es, der mit einem Doppelpack bereits nach 15 Minuten für klare Verhältnisse sorgte. Bongartz, Eilenfeldt und Geye machten die Klatsche für die Königlichen perfekt.

(Quelle: youtube.com/Australautern)

FC Sion – FC Karl-Marx-Stadt – 3:5 (2:1 / 1:4)

Kaum zu glauben, aber wahr. Der FC Karl-Marx-Stadt, aka FC Chemnitz, trat in der Saison 1989 / 90 im Uefa Pokal an und traf in der zweiten Runde auf den Schweizer Verein FC Sion. Nachdem die Eidgenossen durch einen späten Treffer das Hinspiel mit 2:1 gewannen, stand der Ost-Klub im Rückspiel unter Zugzwang. Doch Steffen Ziffert zeigte mit seinem Treffer in der 11. Minute wohin die Reise gehen sollte in diesem Spiel. Steinmann, Wienhold und Laudeley legten nach, den Schweizern gelang durch Cina nur noch der Ehrentreffer. In der nächsten Runde war dann allerdings Endstation für die Karl-Marx-Städter. Mit 1-3 (1:2 / 0:1) verlor man gegen das italienische Top-Team Juventus Turin.

 

B 1903 Kopenhagen – FC Bayern München 6:3 (6:2 / 0:1)

Einer der schmerzhaftesten Erfahrungen des großen FC Bayern dürfte die Reise nach Dänemark im Jahr 1991 gewesen sein. In der 2. Runde traf man auf den Boldklubben 1903, oder auch B 1903 Kopenhagen. Während des Spiels durften sich wohl alle Zuschauer verwundert die Augen gerieben haben. Zunächst brachte Mazinho die haushohen Favoriten aus München zwar in Führung, doch was dann passierte, ging in die Annalen des Fußballs ein. Manniche (2), Nielsen, Wegner, Kraus und Uldbjerg machten aus einem 0:1-Rückstand eine 6:1-Führung! Die Bayern fühlten sich dabei wie im falschen Film und konnten lediglich durch Münch noch verkürzen. Auch im Rückspiel zeigten die Bayern kein Aufbäumen und gewannen durch ein spätes Tor von Münch lediglich mit 1:0. Die 2:6-Pleite gegen den B 1903, das nur ein Jahr später mit einem anderen Verein zum FC Kopenhagen fusionierte, ist bis heute eine höchsten Niederlagen für den deutschen Rekordmeister im internationalen Wettkampf.

 

FC Valencia – Karlsruher SC – 3:8 (3:1 / 0:7)

Nachdem sich der KSC in der Vorsaison erstmals in der Vereinsgeschichte für den UEFA-Pokal qualifizieren konnte, traf man nach dem Erstrunden-Sieg gegen PSV Eindhoven in der zweiten Runde auf den spanischen Topverein FC Valencia. Der damalige Tabellenführer aus Spanien ließ im Hinspiel auch überhaupt keine Zweifel aufkommen, wer der Favorit bei dieser Partie war und siegte deutlich mit 3:1. Die Karlsruher brauchten im Rückspiel also ein Wunder, wollten sie doch noch ins Achtelfinale einziehen.  Und tatsächlich! Mit 7:0 wird der FC Valencia abgefertigt, überragender Akteur auf Seiten der Baden ist Edgar Schmitt, der nach seinen vier Toren liebevoll „Euro-Eddy“ genannt wurde. Das „Wunder vom Wildpark“ war geboren.

(Quelle:youtube.com/dabba)

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