Quereinsteiger ins Wrestling-Geschäft

Veröffentlicht am Montag, 13. Juni 2016
Quelle: Facebook/Tim Wiese

Endlich ist es offiziell! Nach jahrelangen Spekulationen ist endlich klar, dass Tim Wiese tatsächlich ein Engagement bei World Wrestling Entertainment anstrebt. In den kommenden Wochen wird der ehemalige sechsmalige deutsche Nationaltorhüter, EM Halbfinalist 2012 und WM Dritter 2010, das Training aufnehmen. Wiese blickt auf eine sehr erfolgreiche Karriere zurück, welche aufgrund von Meinungsverschiedenheiten mit den Verantwortlichen des Vereins gegen Ende seiner Karriere ein relativ abruptes Ende nahm. Dennoch hat er eine tolle Vita vorzuweisen, in der ein DFB- Pokalsieg, zwei Deutsche Vizemeisterschaften, ein UEFA- Pokal- Finale, sowie viele Spiele in der Königsklasse des Fußballs, der Champions League stehen. Ob Wiese als Wrestling-Profi einen ähnlichen Werdegang einlegen wird, ist zu diesem Zeitpunkt noch eher anzuzweifeln. Verschiedene Profi-Wrestler haben ihre Skepsis darüber ausgedrückt. Denn außer einer muskulösen Körperstatur braucht es natürlich viele Fähigkeiten um Wrestling-Profi zu werden. Anlässlich dieser verrückten Geschichte um unseren ehemaligen Nationaltorwart, der unter anderem beim 1. FC Kaiserslautern unter Vertrag stand und von Gerry Ehrmann ausgebildet wurde, starten wir einen Blick auf ehemalige Leistungssportler die den Sprung zum Profi-Wrestler teils mehr, teils weniger geschafft haben.  

Vom Profi-Sportler zum Entertainer

In der WCW machte Jorge González Anfang der 90er Jahre unter dem Ringnamen El Gigante und ein paar Jahre später in der WWE in der Rolle des Bösewichts Giant Gonzales, auf sich aufmerksam. Doch nicht immer strebte er eine Karriere als Wrestler an. González war ein sehr erfolgreicher Basketballspieler in Argentinien. Es dauerte nicht lange und er wurde vom Nationaltrainer für die argentinische Landesauswahl nominiert. Sein Markenzeichen, war seine enorme Größe. Als 16-Jähriger maß er bereits 2,19 Meter. 1985 gewann er mit der Nationalmannschaft die Bronzemedaille bei Basketball-Südamerikameisterschaft. Im Jahre 1988 wurde er von den Atlanta Hawks in die NBA gedraftet. Zusammen mit seinem Landsmann Hernán Montenegro waren sie die ersten Argentinier die jemals in die NBA gedraftet wurden. Leider brachte González aufgrund einer schweren Knieverletzung nie auf einen Einsatz in der besten Basketballliga der Welt. Ein Jahr später verschlug es ihn in das Wrestling-Business. Im Alter von 44 Jahren starb González 2010 an einer schweren Diabetes-Erkrankung.

 

Typisches Bild: Kurt Angle im Ring, mit seiner Olympischen Goldmedaille um den Hals. (Quelle:Wikipedia/Kristin Fitzsimmons)

Eine andere Geschichte ist die des amerikanischen Nationalhelden Kurt Angle. Als Ringer gewann Angle bei den Olympischen Spielen 1996 in Atlanta die Goldmedaille im Freistilringen. Außerdem war er zweimaliger US- Meister und 1988 Juniorenweltmeister im Ringen (Freistil). Durch seine tollen Ringerfähigkeiten, war der Wechsel zum Wrestling nicht besonders schwierig. Er zählt bis heute als einer der besten Techniker im Ring. Noch heute ist er bei der TNA, dem Konkurrenzunternehmen der WWE, als Wrestler aktiv und konnte in seiner Karriere alle wichtigen Titel gewinnen. Unter anderem war ist er viermaliger WWE Champion, World Heavyweight Champion und sechsfacher TNA World Heavyweight Champion.  

Mark Henry posiert mit dem World Heavyweight-Gürtel. (Quelle:Wikipedia/Jessica M. Kuhn)

Als „World’s Strongest Man“ wird er stets von den Kommentatoren bezeichnet. Na klar, die Rede ist natürlich von Mark Henry. Auch wenn vieles beim Wrestling nur Show ist, dieser Name passt wie die Faust aufs Auge. Denn Mark Henry war vor seiner Karriere als Wrestling-Profi ein US-amerikanischer Kraftdreikämpfer (Kniebeugen, Bankdrücken und Kreuzheben). Er ergatterte den Weltmeistertitel der World Drug-Free Powerlifting Federation im Jahre 1995. Seitdem hielt er bis vor ein paar Jahren etliche Weltrekorde in der U.S.A Powerlifting Liga. Des Weiteren war er ein erfolgreicher Gewichtheber der 1992 (10.Platz) und 1996 (14.Platz/Team) an den Olympischen Spielen teilnahm. Im Sommer 1996 hatte er seinen ersten Auftritt bei der World Wrestling Federation (heute: WWE). Dort ist er bis heute aktiv und konnte unter anderem den prestigeträchtigen World Heavyweight Championship-Gürtel gewinnen.

Eine andere Sportart liest man des Öfteren in den Lebensläufen von Profi-Wrestlern. Dabei handelt es sich um American Football. Einer von ihnen ist Bill Goldberg. Er war vor seiner Wrestling-Karriere in der NFL bei den Los Angeles Rams und den Atlanta Falcons aktiv. Ein Bauchmuskelriss hinderte ihn daran weiter als Football-Spieler zu arbeiten. Als Wrestler wurde er unter anderem auch World Heavyweight Champion und WCW World Heavyweight Champion.

 

Torhüter mit besonderem Antrieb?!

 

In seiner Sportart nicht ganz so erfolgreich wie die oben aufgeführten, war Stuart Tomlinson. Der englische Fußballprofi absolvierte dennoch über 100 Spiele in der 3. Und 4. Englischen Liga unter anderem für Port Vale und Burton Albion. Aufgrund seiner Parallelen zu Wiese, darf er in dieser Aufzählung natürlich nicht fehlen. Auch Tomlinson war Torwart. Im Alter vom 28 Jahren erklärte er seinen Rücktritt aufgrund einer Verletzung. Am 8. November 2014 feierte er sein Debüt im Ring unter dem Namen „Hugo Knox“. Er steht beim Wrestling-Marktführer WWE unter Vertrag und tritt in der Entwicklungs-Liga WWE NXT an.  

Einige Leistungssportler haben Tim Wiese vorgemacht wie man den Sprung ins Wrestling-Business schaffen kann. Fußballer sind in der Szene jedoch sehr ungewöhnlich. Bleibt abzuwarten ob Wiese die nötige Disziplin und den Willen aufbringt um sein Ziel zu erreichen…

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