Schumi-Kartbahn muss weg

Kultstätte muss Braunkohle-Tagebau weichen

Veröffentlicht am Mittwoch, 10. Januar 2018
Quelle: Shutterstock.com (Symbolbild)

550 Mitglieder des Kartklubs verlieren nach dem Auslaufen des Bestandsschutzes im Jahr 2020 ihre sportliche Heimat – den 1.107 Meter langen Erftlandring. Wie der ‚Express‘ berichtet, steht nun auch fest, dass es auch keinen anderen Standort für eine neue Kartbahn geben wird.

„Tradition und Jugendförderung sterben gleichzeitig“

Es ist das Aus für eine Strecke, auf der neben Schumi noch unzählige Kinder ihre ersten Schritte im Rennsport machten. Insgesamt sechs spätere Formel-1-Fahrer lernten und perfektionierten hier ihr Handwerk, u.a. Sebastian Vettel, Nick Heidfeld und Heinz-Harald Frentzen. Nun ist endgültig Schluss. „Es gibt keine neue Kartbahn“, bestätigt Schumi-Bruder Ralf, der im Verein als Jugendwart tätig ist, dem ‚Express‘. „Die gemeinsame Suche mit RWE hat zu keinem von der Bevölkerung mitgetragenen neuen Standort geführt.“

Auch Mick und David, die Söhne von Michael und Ralf Schumacher drehten hier ihre ersten Runden. „Es ist eine Schande. Hier sterben Tradition und erfolgreiche Jugendförderung gleichzeitig“, zeigt sich Ralf erbost.

Anteile sollen verkauft werden

Die Kartbahn selbst gehört übrigens zu zwei Dritteln Michael Schumacher und zu einem Drittel dem Verein. Dieser plant nun angeblich den Verkauf seines Anteils an den Energieriese und Tagebau-Betreiber RWE. Schumi-Managerin Sabine Kehm sagte dem ‚Express‘ dazu: „Die Familie Schumacher ist über die aktuellen Entwicklungen auf dem Laufenden.“

Für Klub-Präsident Gerhard Noack ist ein eventueller Verkauf allerdings nur ein schwacher Trost: „Eine Entschädigung ist für uns in keinster Weise wichtig. Was wir brauchen, ist eine Kartbahn. Ohne Sportstätte für unsere Mitglieder gibt es auch keinen Club mehr“, sagte er der Zeitung.

Ende ist beschlossen

Die Suche nach einem neuen passenden Gelände endete erfolglos. Zwar wurden zwei potenzielle Grundstücke gefunden, allerdings mussten diese aufgrund von Vetos seitens der Bezirksregierung und der Anwohner verworfen werden.

Der Mythos des  Erftlandrings bleibt zwar – doch auch die letzte Hoffnung, dass wenigstens eine neue Strecke gebaut werden kann, ist nun dahin.

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