Olympia-Exoten feiern Ziel-Party

Tonga-Langläufer jubelt mit seinen Kollegen

Sportnews > Für Zwischendurch Veröffentlicht am Freitag, 16. Februar 2018

Quelle: Matthias Hangst / Getty Images

Es sind Bilder wie diese, die die Olympischen Spiele auszeichnen. Pita Taufatofua aus Tonga feiert gemeinsam mit seinen Mitstreitern aus Kolumbien, Mexiko und Portugal.

Die Olympischen Spiele stehen nicht nur für hochklassige Wettkämpfe und packende Medaillen-Entscheidungen. Denn bei keiner anderen sportlichen Großveranstaltung haben die „kleinen“ Länder eine so große Bühne wie hier. Wo sonst sollte ein Langläufer aus dem Pazifik-Paradies Tonga auf Mit-Wettstreiter aus Kolumbien, Mexiko oder Portugal treffen?

Cologna triumphiert – Exoten werden gefeiert

Beim Langlauf-Rennen über 15 km im Freien Stil kam es am Freitag zu dieser Szene. Zwar überstrahlte Sieger Dario Cologna aus der Schweiz mit seinem historischen, dritten Triumph in Folge (2010 & 2014 ebenfalls Gold)  alles und jeden. Doch auch am Ende des Rennens, gut 20 Minuten nachdem Cologna ins Ziel kam, brandete bei den Zuschauern nochmal Jubel auf. Denn in diesem Moment überfuhr Pita Taufatofua die Ziellinie. Taufatofua kommt von der Südpazifik-Insel Tonga und sorgte bereits bei der Eröffnungsfeier, als er bei Minus-Temperaturen oberkörperfrei ins Stadion einlief, für Aufsehen.

56: 41,1 Minuten benötigte der 34-Jährige, der Schnee eigentlich nur aus dem Fernsehen kennt. Und mit dieser Zeit erreichte er sogar sein Ziel. Er wurde nicht Letzter! Denn seine „Freunde“, wie Taufatofua selbst sagt, aus Kolumbien und Mexiko kamen noch nach ihm ins Ziel.

German Madrazo (l.) aus Mexiko kommt als Letzter ins Ziel. Pita Taufatofua (Tonga), Kequyen Lam (Portugal), Sebastian Uprimny (Kolumbien) und Samir Azzimani (Marokko) empfangen ihn. (Bild: ODD ANDERSEN/AFP/Getty Images)

Gemeinsam mit dem Marokkaner Samir Azzimani, dem Portugiesen Kequyen Lam aus Portugal wartet der Tongaer im Zielraum. Nachdem Sebastian Uprimny aus Kolumbien ins Ziel läuft, kommt der Mexikaner German Madrazo schließlich als Letzter ins Ziel. Doch die Wintersport-Exoten-Gruppe empfangen ihn, lassen ihn am Schluss sogar hochleben.

Trotz des letzten Platzes: German Madrazo wird von Taufatofua und Azzimani auf den Schultern getragen und gefeiert. (Bild: ODD ANDERSEN/AFP/Getty Images)

„Wenn du etwas willst, geht alles“

Der Tongaer Pita Taufatofua ist ein wahrer Olympia-Verrückter. Bereits vor zwei Jahren nahm er bei den Sommerspielen in Rio teil, versuchte sich im Taekwondo. Für die Spiele in zwei Jahren in Tokio will er sich ebenfalls qualifizieren.

Taufatofua: „Irgendetwas mit Wasser, vielleicht Turmspringen. Dann kann ich zu Hause intensiver trainieren. Ich möchte den Leuten zeigen: ‚Wenn du etwas willst, geht alles. Auch in drei verschiedenen Disziplinen an Olympia teilnehmen.‘ Und wenn ich das schaffe, schafft das jeder.“ 

Der Tongaer Pita Taufatofua trotzt den kalten Temperaturen und zieht oberkörperfrei in das Stadion von Pyeongchang ein. (Bild: Quinn Rooney/Getty Images)

Wo sonst, wenn nicht bei den Olympischen Spielen, bekommt man solch grandiose Bilder zu sehen …

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