Lobinger erneut an Krebs erkrankt

Neue Schockdiagnose für Ex-Stabhochspringer

Sportnews > Für Zwischendurch Veröffentlicht am Mittwoch, 11. April 2018
Tim Lobinger

Quelle: Michael Kappeler / AFP / Getty Images

Traurige Nachricht für Tim Lobinger. Ein Jahr nach Bekanntwerden seiner Krankheit kämpft der ehemalige deutsche Stabhochspringer erneut mit dem Krebs.

In einem Interview mit dem Magazin „Stern“ (Donnerstagsausgabe) sprach der 45-Jährige erstmals ausführlich über seine Erkrankung. Sein Fazit nach fünf Chemotherapien fällt durchwachsen aus: „Die zwei Krebszellenarten, die vergangenes Jahr erkannt wurden und vernichtet werden konnten, sind nicht mehr nachgewiesen worden. Dafür ist eine leicht mutierte Form zurückgekehrt.“

Lobinger erlebt schwere Zeit

Die Zeit direkt nach der erneuten Krebs-Diagnose war für Lobinger eine einzige Qual. „Nach dieser Nachricht war ich knapp eine Woche in einem Zustand, den man nicht allzu oft erleben sollte. Furchtbar. Eine große Leere war in mir, ein Loch. Trauer legte sich über die ganze Familie. Jetzt geht es rasant, das war die Sorge.“

Eine weitere Chemo wäre aber noch nicht nötig. „Die Blutwerte sind erst einmal nicht schlechter geworden. Zumindest bis heute nicht.“

Lobinger galt als einer der besten Stabhochspringer der Welt. Einen großen sportlichen Triumph konnte er dennoch nie feiern. (Bild: Ian Walton / Getty Images)

Besonders die Zeit auf der Isolierstation rund um die Stammzellentransplantation traf den ehemaligen Weltklasse-Springer hart. „Da sind so einige Menschen schwer geprägt durch ihre Krankheit. Mir haben befreundete Ärzte gesagt, dass mancher, zu gut Deutsch, mit einer Klatsche wieder rauskommt. Da habe ich mir gesagt, das wird bei mir nicht passieren, auch wenn es eine lebensbedrohliche Krankheit ist. Ich wollte mich nicht brechen lassen.“

„Konnte mir nicht mal die Haare waschen“

Am 3. März 2017 wurde bei Lobinger erstmals eine besonders heftige Form der Leukämie festgestellt. Im Interview mit dem Stern beschreibt er nun, wie sehr die Krankheit ihm damals zu schaffen machte. „Im letzten Jahr konnte ich nicht mal joggen. Da war noch der Tumor in der Schulter, die Krebszellen hatten sich auch im Knochen angesiedelt und drohten ihn zu zerfressen. Die Schulter musste bestrahlt werden. In der Zeit konnte ich mir nicht mal den Kopf waschen oder eine Tasse aus dem Schrank holen“, erklärt er. Heute kann Lobinger, der als Fitnesstrainer arbeitet, wieder Krafttraining und Sprints absolvieren.

Lobinger mit seiner Frau Alina. Die beiden leben getrennt (Bild: Alexander Hassenstein / Getty Images)

Besonderer Dank an Frau Alina

Obwohl sie getrennt sind, spricht Lobinger seiner Frau Alina einen großen Dank aus. Das Paar hatte sich bereits vor der Diagnose getrennt. „Nach 15 Jahren Beziehung sind genügend Dinge passiert, die leider dazu geführt haben, dass wir bereits vor der Diagnose kein Paar mehr waren. Es ehrt Alina sehr, dass sie trotzdem ihre ganze Kraft mobilisiert hat und für mich immer da war. Sie macht die Maloche. Die schwierige emotionale Arbeit, sie ist das Auffangbecken. Das ist Schwerstarbeit.“

Als „Zeichen von Dankbarkeit und Anerkennung“ trage er den Ehering aber auch heute noch.

Artikel Teilen

Mehr zum Thema

Das könnte Dich auch interessieren

Als VIP zu den Telekom Baskets Bonn

Ihr wollt als VIP zu den Telekom Baskets Bonn? Dann registriert euch einfach bei vereinsleben.de und nehmt am Gewinnspiel teil.

Trainieren wie die Profis des FC Bayern

Eure Kinder wollen einmal wie die Stars des FC Bayern München trainieren? Dann ist DAS eure Chance! Jetzt registrieren und einen Platz im FC Bayern Ki...

Gänsehaut vor Top-Spiel

Vor dem Top-Spiel der italienischen Serie A zwischen Juventus Turin und Neapel treffen zwei Fangruppen und rennen aufeinander zu. Was dann passiert, i...