Spurlos verschwunden

Kamerun-Athleten bei Commonwealth Games auf der Flucht?

Sportnews > Für Zwischendurch Veröffentlicht am Donnerstag, 12. April 2018
Petit David Minkoumba

Quelle: Hannah Peters / Getty Images

Bei den derzeit stattfindenden Commonwealth Games sorgt Kamerun derzeit für Aufregung, Allerdings nicht durch sportliche Leistungen. Denn einige Sportler sollen verschwunden sein.

Sie sollten nach Medaillen, Ruhm und Ehre für ihr Land kämpfen. Stattdessen haben gleich 13 (!) afrikanische Sportler offenbar die Chance zur Flucht genutzt. Am Dienstag nahmen bei den Commonwealth Games in Australien bereits acht Sportler aus Kamerun Reißaus. So werden die Gewichtheber Petit David Minkoumba, Olivier Matam Matam, Arcangeline Fouodji Sonkbou sowie die Boxer Christian Ndzie Tsoye und Simplice Fotsala vermisst.

Wie die österreichische Zeitung „Krone“ berichtet, sind am Donnerstag zudem noch fünf Sportler aus Ruanda und Uganda verschollen.

„Keine Ahnung, wo sie sind“

Simon Molombe, der Pressesprecher von Kamerun, bestätigte am Mittwoch, dass die Athleten vermisst werden. „Wir haben keine Ahnung, wo sie sind. Es gab keine Anzeichen dafür, dass so etwas passieren konnte“, erklärte er.

Bei der Eröffnungsfeier war die Mannschaft aus Kamerun noch komplett. (Bild: William West / AFP/  Getty Images)

Australiens Innenminister Peter Dutton dürfte davon wenig begeistert sein. Er warnte schon vor der Eröffnungszeremonie, dass man die Sportler überwachen müsse um sicherzustellen, dass diese ihr Visum nicht überziehen und nach dem Wettbewerb wieder in ihr Heimatland zurückkehren. Zudem drohte er Sportlern, die trotz abgelaufenen Visums weiterhin im Land bleiben würden, mit gewaltsamer Abschiebung.

Sportler immer wieder auf der Flucht

Dass Athleten bei sportlichen Großveranstaltungen verschwinden, ist keine Seltenheit. Immer wieder kommt es auch bei anderen Events, wie etwa den Olympischen Spielen oder Fußball-Länderspielen, vor, dass sich einzelne Personen oder teils auch ganze Gruppen absetzen um den meist ärmlichen und kriegsähnlichen Zuständen in ihren Heimatländern zu entfliehen.

Nach dem militärischen Vorgehen gegen englischsprachige Separatisten, sind laut einem Bericht der UNO, seit Oktober 2017 so bereits über 5.000 Menschen aus Kamerun ins benachbarte Nigeria geflohen.

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