Football-Skandal in den USA

Redskins-Cheerleader zu Escort-Service gezwungen

Sportnews > Für Zwischendurch Veröffentlicht am Donnerstag, 03. Mai 2018
Cheerleader der Washington Redskins

Quelle: Rob Carr/Getty Images

Der US-Football wird von einem Skandal erschüttert. Cheerleader des NFL-Teams Washington Redskins wurden angeblich von ihrem Team gezwungen Sponsoren in Nachtclubs zu begleiten.

Im US-Sport sind sie nahezu genauso unverzichtbar wie der Hotdog oder das Bier im Stadion: Cheerleader! Sie heizen den Zuschauern so richtig ein und werden von allen bewundert und für ihren vermeintlichen Traumjob beneidet. Doch die Realität sieht anscheinend anders aus!

Wie die „New York Times“ berichtet, wurden die Cheerleader des NFL-Klubs Washington Redskins während eines Fotoshooting-Termins in Costa Rica gezwungen, eingeladene Sponsoren in diverse Nachtclubs zu eskortieren! Der Vorfall habe sich laut dem Bericht bereits im Jahr 2013 abgespielt haben. Die Mädchen flogen mit dem Team der Redskins nach Costa Rica um dort Oben-Ohne-Body-Paint-Bilder für einen Kalender machen zu lassen. Auf Geheiß des Klubs durften ausgewählte Sponsoren und Logen-Besitzer das Team begleiten und auch das Shooting als Zuschauer verfolgen.

Stets leicht bekleidet sollen die Cheerleader die Fans animieren (Bild: Patrick Smith / Getty Images)

Nach rund 14 Stunden Arbeit, soll der Team-Direktor dann neun der 36 Cheerleaderinnen aufgefordert haben, einige Sponsoren in Nachtclubs zu begleiten. Sie hätten sie sich ausgesucht und wöllten nun mit ihnen feiern. Zwar sollen die Damen heftig protestiert haben, aber es änderte nichts. „Sie haben uns keine Pistole an den Kopf gehalten, aber es war verpflichtend für uns, zu gehen. Wir wurden nicht gefragt, wir wurden gezwungen“, wird eine Cheerleaderin zitiert.

„Bis etwas Schreckliches passiert“

Fünf der Frauen, die anonym bleiben möchten, erzählten nun der Zeitung wie es sich anfühlte. Zwar seien sie nicht zum Sex gedrängt worden, aber dennoch: „Es ist nicht richtig, Cheerleader mit fremden Männern loszuschicken, wenn die Mädchen nicht mitgehen wollen. Aber leider glaube ich, es wird sich nichts ändern bis etwas Schreckliches passieren wird. Bis ein Mädchen belästigt oder vergewaltigt wird.“

Redskins weisen Vorwürfe zurück

Das Team selbst reagierte bisher nur mit einem kurzem, nichtssagendem Statement: „Die Arbeit unserer Cheerleader ist, unsere Truppen im Ausland zu besuchen und unser Team auf dem Platz zu unterstützen. Ihre Arbeit macht den Verein und unsere Fans stolz.“

Stephanie Jojokian, langjährige Direktorin und Choreographin der Cheerleader, beteuert: „Ich habe niemanden gezwungen zu gehen. Ich bin ‚Mama Bär‘ und ich habe auf alle aufgepasst, nicht nur auf die Cheerleaderinnen. Wir sind eine große Familie.“

Immer wieder gab es zuletzt auch Berichte über die harte Welt einer Cheerleaderin. Es gäbe sehr harte und strenge Regeln und dafür aber nur sehr wenig Geld.

Für die NFL selbst allerdings kein Grund einzuschreiten. Ein Sprecher: „Es ist nicht die Aufgabe der Liga, zu kontrollieren, wie die Vereine mit ihren Cheerleadern umgehen.“

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