Rudern nach Rio

Richard Schmidt wäre gerne im Achter dabei

Veröffentlicht am Montag, 15. August 2016
Quelle: LSB Archiv

"Die Briten sind eine starke Konkurrenz"

Richard Schmidt ist ein erfolgreicher Ruderer, der schon viele Erfolge sammeln konnte. Sein größter Erfolg war in London als er mit dem Deutschland-Achter Olympia-Gold holte.

Mit die größten Konkurrenten der Deutschen sind die Engländer. Sie haben den Deutschen schon dreimal in Folge den Weltmeister-Titel weggeschnappt. Richard Schmidt im Interview mit dem Magazin "SportInForm": „Ich ärgere mich über mich selbst. Wir hätten die Engländer schlagen können, aber jetzt greifen wir wieder neu an.“ Dass die Engländer im Rudern teilweise besser als die Deutschen sind begründet Schmidt folgendermaßen: „Die Engländer sind oft ein wenig konzentrierter und professioneller. Das liegt vor allem daran, dass sie mehr Geld für Rudern ausgeben und somit bessere Trainingslager als wir haben.“ Dennoch hat bei der letzten Weltmeisterschaft nicht viel zum Sieg gefehlt. Die Engländer konnten sich nur bei 2000 Meter mit 18 Hundertstelnach vorne absetzen. Schmidt fügt hinzu: „Vielleicht ist der Sieg auch nur auf eine bessere Tagesform zurückzuführen.“ Dennoch könnten die Briten auch als Vorbild dienen. „Sie sind wesentlich professioneller aufgestellt“, so Schmidt. Er fügt hinzu: „Das beginnt schon bei den Verbandstrukturen und geht weiter bis in die Trainingsmethoden. Die Engländer haben auch einfach mehr Mittel zur Verfügung, da das Rudern in England zu den Kernsportarten zählt, in die wiederum gerne investiert wird.“ Trotzdem gelang es den Deutschen-Achtern auch einen Titel zu holen – sie wurden Europameister. Schmidt ist stolz auf den Titel, trotzdem würde er ihn auch gegen den Weltmeister-Titel eintauschen. Damals hatten sie mit einem großen Vorsprung zu den Engländern gewonnen. Schmidt begründet den Verlust des WM-Titel damit: „Das war ein megacooles Ereignis, aber vielleicht haben wir uns danach ein bisschen zu sehr hängen gelassen.“

 

Quelle: LSB Archiv

 

Eine steile Karriere

Richard Schmidt war im Jahr 2008 bei den Olympischen Spielen bereits im Vierer. Ein Jahr später fuhr er dann kontinuierlich im Achter und ist dort großartige Erfolge mitgerudert. Mittlerweile gehört er zu den  Erfolgreichsten und Ältesten Ruderer im Achter. „Meine jetzige Rolle ist es die jungen Talente heranzuführen und Ordnung und Ruhe reinzubringen“, so Schmidt. Er fügt hinzu: „Dennoch gilt – wir verstehen das Achter Rudern immer als Teamsportart, wir sind ´Team Deutschland´.“ Obwohl Schmidt bereits Olympiasieger ist, ist er bodenständig wie je zuvor. Er arbeitet an sich und hofft sich noch weiter zu verbessern. Der 28-jährige Ruderer versucht in jedem Training weiterhin an seine Leistungsgrenzen zu gehen und noch weitere Prozent heraus zu holen. Neben der Kraft und Technik spielen weitere Komponenten wie ´der Kopf´ eine wichtige Rolle. „Im Rudern geht es vor allen Dingen um Durchhalten. Man muss konsequent trainieren, auch wenn man kaum Wettkämpfe fährt.“ Für Menschen denen das Durchhaltevermögen nicht in die Wiege gelegt wurde gibt es Mentaltrainer. Schmidt erklärt: „Ich brauche keinen Mentaltrainer. Ich habe aber auch keine Vorurteile gegenüber Sportler, die einen benötigen. Wenn es jemand braucht ist es natürlich cool wenn er die Möglichkeit bekommt mit jemanden zusammen zu arbeiten und es ihm hilft.

 

In der Heimat als Sieger

Richard Schmidt studiert in Dortmund Wirtschaftsingenieurwesen. Nach den Olympischen Spielen möchte er seine Masterarbeit schreiben. Seine größte Angst ist, dass er nach der Beendigung seiner sportlichen Karriere keine Chance auf dem Arbeitsmarkt hat. „Ich versuche mich mit Hilfe des Dualen Studiums bestmöglich auszubilden. „Mein einziger Nachteil ist, dass ich etwas länger studiere als die anderen“, erklärt Schmidt. Er hofft dass ihm das später nicht negativ ausgelegt wird. Neben seinem Studium versucht er oft seine Familie in Trier zu besuchen. Nach den Olympischen Spielen wurde der 28-jährige Student auch durchaus auf den Straßen erkannt. Schmidt fügt hinzu: „Mittlerweile spricht man mich auf den Straßen nicht mehr an, aber damit kann ich leben.“

 

Olympische Spiele in Rio

Bei den Olympischen Spielen in Rio ist für Schmidt das oberste Ziel die Titelverteidigung. Dennoch betont er, dass es nicht ganz so einfach wird da die nächsten Monate noch harte Trainings folgen. Er hofft dass er in Rio wieder mit dem Achter an den Start gehen kann. Aber die letztendliche Entscheidung ob er überhaupt in Rio dabei ist und in welchem Boot er fährt, fällt im März oder April- Auch der LSB belohnt die Sportler, alle rheinland-pfälzischen Athleten die sich für Rio qualifizieren erhalten eine Prämie von 5.000 €.

Quelle: LSB Archiv

 

Das Ganze Interview mit Richard Schmidt lest ihr in der Oktober-Ausgabe des Magazins SportInForm. Mit freundlicher Genehmigung des Landessportbundes Rheinland-Pfalz.

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