Millionen-Geschäft atmet auf

Veröffentlicht am Mittwoch, 27. April 2016
Quelle: Shutterstock.com

Ein Kommentar von Lukas Hiegle

 

Der große Knall ist ausgeblieben. Die Entscheidung des Landesarbeitsgerichtes in Mainz sorgte gestern nicht nur bei den Funktionären des FSV Mainz 05 für Erleichterung. Die gesamte Führungsriege des Profifußballs wird erleichtert aufatmen. Befristete Arbeitsverträge im Profifußball sind laut Gericht weiterhin zulässig. Der Ex-Bundesliga Torhüter Heinz Müller hatte ursprünglich für ein unbefristetes Arbeitsverhältnis geklagt, nachdem ihn der damalige 05-Trainer Thomas Tuchel 2014 suspendierte und ihm so die Chance auf eine mögliche Vertragsverlängerung nahm.

 

Folgen wären unabsehbar

Dass das bisherige System nicht aus den Angeln gehoben wird ist auch gut so. Unbefristete Verträge im Profibereich – Undenkbar. Schließlich bieten solch befristete Verträge den Klubs aber auch den Spielern überwiegend Vorteile. Nicht nur der Fußball arbeitet mit solch befristeten Arbeitsverhältnissen. Auch im Eishockey, Basketball oder Football hat sich das Prinzip bewährt. Eine Aufhebung dieser Regelung hätte unabsehbare Folgen und würde wohl vor allem für kleinere Klubs ein Fiasko nach sich ziehen. Denn Vereine wie etwa Mainz 05 finanzieren sich als Ausbildungsvereine größtenteils durch  Spielerverkäufe und sind auf Ablösesummen angewiesen. Bei einer Zulassung unbefristeter Arbeitsverhältnisse hätten die Vereine gleich zwei große Lasten zu tragen. Zum einen besteht das Risiko, dass wichtige Spieler ihnen schneller abhandenkommen als ihnen lieb ist. Aber auch ein umgekehrtes Szenario ist möglich. Nämlich dass man Spieler, die beispielsweise in der sportlichen Planung keine Rolle mehr spielen, nicht mehr so einfach loswerden kann. Dafür bedarf es nämlich einem Kündigungsgrund nach dem Kündigungsschutzgesetz, der in der Regel nicht vorliegt. Spieler hätten also die Möglichkeit Jahrzehnte, über die aktive Karriere hinaus Profibezüge zu kassieren. So etwas kann man unmöglich von den Vereinen verlangen, egal ob dieser nun Real Madrid, Manchester United oder eben FSV Mainz 05 heißt. Man stelle sich nur mal vor der FC Bayern müsste noch immer Oliver Kahn nach dessen Profibezügen entlohnen. Entsprechend glücklich über die Gerichtsentscheidung zeigten sich auch die 05-Verantwortlichen über die Gerichtsentscheidung. Präsident Strutz bezeichnete die Entscheidung als „ große Erleichterung“ für den gesamten Profifußball und den Profisport. Und auch Manager Christian Heidel begrüßte die Entscheidung entsprechend: „ Wenn Spieler im September, Oktober oder November ihren Vertrag kündigen können,  gibt es für die Vereine keinerlei Sicherheit mehr.“

 

Auch die Fußballspieler profitieren

Ein befristeter Vertrag bietet aber auch den Spielern Sicherheit. Denn wenn ein Spieler mit einem Dreijahresvertrag  ausgestattet wird, jedoch im ersten Jahr die Erwartungen des Klubs nicht erfüllt, dann hat er immer noch einen Vertrag mit zu den gleichen Bezügen. Was das Arbeits- und Vertragsverhältnis angeht kann man einen Fußballspieler sicherlich nicht mit einem Büroangestellten oder Industriearbeiter vergleichen. Doch wer denkt dass durch unbefristete Verträge künftig vermehrt die Vereinstreue in den Millionensport Profifußball zurückkehrt, der lebt in einer Traumwelt. Und wartet wohl am 6. Dezember auch auf einen vom Nikolaus befüllten Stiefel.

 

Vorerst kein zweites „Bosman“-Urteil

Ein ähnlicher Fall hatte schon 1995 für eine Revolution im Profifußball gesorgt. Damals entschied der Europäische Gerichtshof unter anderem darauf, dass Profi-Fußballer innerhalb der EU nach Vertragsende ablösefrei wechseln können. Grund dafür war eine zu hohe Ablöseforderung seines Klubs Lüttich. Zwei wichtige Pfeiler im europäischen Transfersystem wurden mit seiner Klage zum Einsturz gebracht. Zu solch einem revolutionären Urteil wird es im Fall Müller vorerst nicht kommen. Jedoch wurde ihm die Möglichkeit gegeben gegen die Entscheidung Einspruch einzulegen, ob Müller davon Gebrauch machen wird ist noch nicht abzusehen.

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