Verboten – Geduldet - Anerkannt

Die Entwicklung des Frauenfußballs

Veröffentlicht am Mittwoch, 27. April 2016
Quelle: Werner100359. / wikimedia / Lizenz: CC-BY-SA-3.0

Rund 1,1 Millionen Frauen und Mädchen spielen in Deutschland Fußball. Daher haben sich auch viele Vereine längst auf den stetigen Zuwachs eingestellt und in den letzten Jahren immer mehr Frauenmannschaften gegründet.

Diese Akzeptanz und Aufgeschlossenheit wurde dem Frauenfußball aber lange Zeit nicht entgegen gebracht – im Gegenteil: Bis zum 31. Oktober 1970 war es Frauen sogar verboten, Fußball zu spielen. Bis zur Aufhebung des Verbots war es ein langer Weg:

Bild: Thyra / Wikipedia

 

In den 1920er Jahren wurde Fußball sowohl bei den Männern als auch unter Frauen immer beliebter, vor allem unter Arbeiterinnern, die im Fußball einen Ausgleich zu ihrem Job fanden. Spätestens mit der Zeit der Nationalsozialisten wurden Frauen dann aber wieder in veraltete Rollenmuster zurückgedrängt, sodass die vielversprechenden Ansätze wieder verschwanden. 1955 setzte der Deutsche Fußball Bund (DFB) mit einem offiziellen Verbot und der Begründung, dass „ Körper und Seele unweigerlich Schaden erleiden“ und „ diese Kampfsportart der Natur des Weibes im Wesentlichen fremd ist“ dem Frauenfußball ein endgültiges Ende – sollte man meinen.

Spielen gegen das Verbot

Trotz des Verbots kickten die Spielerinnen aber auch ohne DFB-Akzeptanz und Unterstützung unverdrossen weiter, immer mehr Vereine für Frauenfußball wurden gegründet und es fanden sogar inoffizielle Länderspiele statt – das erste im September 1956, bei dem vor 18.000 Zuschauern in Essen erstmals Spielerinnen im schwarz-weißen Dress aufliefen und gegen Holland mit 2:1 gewannen.  Auch die zunehmende Emanzipation sorgte dafür, dass der Druck auf den DFB letztlich so hoch wurde, dass es Frauen wieder erlaubt wurde, gegen den Ball zu treten.

Am 31. Oktober 1970 hob der DFB das Frauenfußballverbot also wieder auf, bestimmte jedoch einige Auflagen. So musste z.B. eine halbjährige Winterpause eingehalten werden, Stollenschuhe waren verboten, der Ball war kleiner und leichter und das Spiel dauerte nur 70 Minuten.

Mit der Duldung kamen die Erfolge

Am 10. November 1982 fand dann auch das erste offizielle Länderspiel der Frauen-Nationalmannschaft statt. Gegner war die Schweiz, welche mit 5:1 besiegt wurde. 1988 schaffte die deutsche Nationalmannschaft erstmals die Qualifikation für die Europameisterschaft. Im Halbfinale, welches das erste live im Fernsehen übertragene Spiel überhaupt war, wurde Italien mit 4:3 nach Elfmeterschießen besiegt.

Am 2. Juli 1989 holte sich die Nationalmannschaft daraufhin durch einen 4:1-Sieg zum ersten Mal die Europameisterschaft, was gleichzeitig den Durchbruch bedeutete. Die Siegprämie damals: Jede Nationalspielerin erhielt ein Kaffeeservice.

1990 wurde dann die Frauen-Bundesliga gegründet und die Nationalmannschaft feierte weitere Erfolge. Frauenfußball war zwar immer noch eine Randsportart, die Akzeptanz sowie die Zuschauerzahlen und Medienpräsenz für die Spielerinnen und die Vereine wuchsen allerdings langsam.

Heim-WM bringt Aufschwung

Bild: Wikifreund / Wikipedia / Lizenz: CC BY-SA 3.0

 

2011 verbuchte der deutsche Frauenfußball seinen Höhepunkt. Die WM im eigenen Land wurde mit dem Spiel vor 73.680 Zuschauern (europäischer Rekord) in Berlin eröffnet und brachte den Frauenfußball und seine Vereine in Deutschland weiter nach vorne. Dass die Heim-WM positive Auswirkungen hatte bestätigte sich über die vergangenen vier Jahre und auch während der gerade zu Ende gegangenen Weltmeisterschaft in Kanada: Die Zahl der fußballspielenden Frauen und Mädchen in Deutschland ist seit 2011 konstant gestiegen und auch die Vereine können sich über steigende Zuschauerzahlen seit der WM im eigenen Land freuen. Hinzu kommen erfolgreiche TV-Quoten während des Turniers in Kanada, bei der, trotz der in Deutschland späten Anstoßzeiten, Marktanteile von 16,4 bis 42,6 Prozent erreicht wurden.

Weltweit spielen aktuell über 29 Mio. Frauen und Mädchen Fußball, mehr als je zuvor. Nach einer Fifa-Umfrage liegt die Akzeptanz des Frauenfußballs weltweit bei über 70 Prozent – kann man da wirklich noch von einer Randsportart sprechen?

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