Sport im Bürgertum des Mittelalters

Sportnews > Wusstet ihr schon Veröffentlicht am Montag, 24. August 2015

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Wie entstand der Sport? Wir geben euch einen Einblick, wie sich der Sport von der Antike bis in die Neuzeit verändert hat. Heute Teil IV: Sport im Bürgertum des Mittelalters.

Im 12. und 13. Jahrhundert entwickelte sich aus Bauern, Handwerkern und feudalen Stadtherren ein Stadtbürgertum. Zwar war auch hier die Wehrhaftigkeit die Grundlage der Körpererziehung, allerdings spielte das Reiten bei den "Bürgerwehren" nur eine untergeordnete Rolle. Im Vordergrund standen Laufen, Springen, Werfen und Klettern. Neben diesen "Grundfertigkeiten" wurde auch auf das Fechten und Schießen besonderer Wert gelegt. Bei Schützenfesten wurden nicht nur Wettkämpfe im Schießen, sondern auch im Laufen, Springen und Werfen sowie im Kegeln, Stelzenlaufen und im Tanzen durchgeführt.

Zu den sportlichen Leistungsvergleichen in der Stadt und zwischen den Städten kamen gegen Ende des 13. Jahrhunderts Turniere hinzu. Wohlhabende Bürger ahmten den Adel nach und richteten solche Turniere aus, an denen oftmals adlige Herren und Herzöge teilnahmen. Die sportliche Entwicklung der unterschiedlichen Stände im späten Mittelalter ist im Wesentlichen auf drei Ebenen zu kennzeichnen: Patrizier: Imitation des ritterlichen Turnierwesens Handwerker: Fecht- und Schützenwesen Proletariat: Bäuerliche Spiel-, Tanz- und Wettkampfformen

 

Beginn des Humanismus

Im 15. und 16. Jahrhundert kam es zum Verfall des Rittertums, das Bürgertum stabilisierte sich und Erfindungen wie der Buchdruck (Mitte 15. Jhd.) führten zu einer Renaissance des antiken Geistes. Daraufhin wurde die griechische Gymnastik wiederbelebt, der Autor Mercurialis verfasste 1569 die sechsbändige "De arte gymnastica". Diese Zeit gilt auch als Beginn des Alpinismus.

Im 17. und 18. Jahrhundert entwickelte sich der europäische Absolutismus, die Erziehung des Adels wurde nach französischem Vorbild nicht in Schulen, sondern in speziellen Bildungseinrichtungen, den so genannten Ritterakademien vorgenommen. In Deutschland z.B. das Collegium Illustre, heute Wilhelmsstift in Tübingen (1594) mit umfassenden Ausbildungsansprüchen.

Ritterakademien Die Rückbesinnung auf den adligen Kern des Rittertums wurde durch tänzerische Bewegungsformen und Vermittlung von Benimmregeln ergänzt:

- Wissensbildung (Sprechen, Staatslehre ...)

- Ritterliche Exerzitien (Reiten, Fechten ...)

- Galante Exerzitien (Etikette, Tanz ...)

Die Ritterakademien bleiben aufgrund ihrer Exklusivität ohne Breitenwirkung, hinsichtlich der Unterrichtsformen vermittelten sie aber neue Ansätze. Kennzeichen des Sportunterrichts waren:

- Regelmäßigkeit, Systematik, Methodik

- Tendenzen der Ästhetisierung von Bewegung

- planmäßiger Einsatz von spezialisierten Lehrkräften

- Verwendung von Hilfsgeräten  

 

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