Die Turnbewegung in Deutschland

Sportnews > Wusstet ihr schon Veröffentlicht am Mittwoch, 27. April 2016

Quelle: Moverton, wikipedia.de, Lizenz CC0

Wie entstand der Sport? Wir geben euch einen Einblick, wie sich der Sport von der Antike bis in die Neuzeit verändert hat. Heute Teil VI: Die Turnbewegung in Deutschland.

Friedrich Ludwig Jahn (* 11. August 1778; † 15. Oktober 1852) begründete das Turnen in Deutschland mit dem Interesse, viele Menschen beim gemeinsamen Üben zusammen zu führen. Als Napoleons Armee 1807/08 Preußen besetzte, wurde Jahn zum „charismatischen Retter in der Not“ und das Turnen ab 1811 zur Vorbereitung auf den Befreiungskrieg genutzt. Der Grundgedanke: Die Stärke liegt in der Gemeinschaft. Das Wort Turner bedeutet „Krieger“ und kommt aus den alten nordischen Sprachen.

 

Turnvater Jahn  (Quelle: wikimedia / Lizenz: CC0 / Georg Ludwig Engelbach, gescanntt von APPER)

 

Jahns Ziele 

- Geistige Formung einer Nation (im Gegensatz zur Gymnastik keine Individual-, sondern Nationalerziehung) → Vaterlandsverteidigung/-befreiung 

- Vorbereitung der Jugend auf den Kampf gegen die napoleonische Besetzung (Rettung Preußens); außerschulisch! 

- Großdeutschland schaffen mit den Gebieten von Deutschland, Schweiz, Holland, Dänemark (Hauptstadt "Teutonia") 

- Konstitutionelle Monarchie; Verfassungsstaat (Presse-, Meinungs-, Handelsfreiheit)

Der erste "Turnplatz"

Ab 1811 konnten sich Sportler auf der Berliner Hasenheide körperlich ertüchtigen. Die Hasenheide lag zwar außerhalb Berlins, aber stadtnah und eignete sich für kühne und kriegerische Jugendspiele sowie Turnspiele, Leibesübungen, Wald- und Ringspiele. Später kamen Turngeräte wie das Reck, der Barren, Springgestelle und Klettergerüste hinzu. Ab 1815 breitete sich die Turnbewegung in Deutschland explosionsartige aus, immer mehr Jugendliche meldeten sich für den Befreiungskrieg. Ein hoher Organisationsgrad im Sommer 1817 machte es möglich, dass 1400 bis 1600 junge Leute gleichzeitig üben konnten.

Das Männerturnen im Vormärz (1840er) 

Das Turnen erlebte einen starken Aufschwung und es entwickelte sich eine Vereinsbewegung, an der vor allem junge Handwerker, Arbeiter und Gewerbetreibende beteiligt waren. Turnvereine waren Orte der bürgerlichen Selbsterziehung und -disziplinierung sowie von Symbolen, Ritualen und Gemeinschaftsleben. Die zu dieser Zeit entstandenen Turnfeste waren die Höhepunkte vormärzlicher Turnvereinskultur, vor allem das 1846 ausgetragene Heilbronner Turnfest, welches gleichzeitig zur Demonstration für ein freies und vereintes Vaterland diente.

 

Erst Ende des 19. Jahrhunderts wurde aufgrund der Einflüsse aus England aus dem ernsten Turnen ein Sport, bei dem auch das Spiel mitmitschte. Daher bekamen noch vor dem Ersten Weltkrieg die Gymnastik, das Turnen, Spiel und Sport einen Aufschwung, außerdem hatten das Mädchenturnen und die Gymnastik als Leibesübung für die Frau in dieser Zeit ihren Anfang. 

 

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