Der heimliche UEFA-Boss

Gianni Infantino

Veröffentlicht am Montag, 14. Dezember 2015
Quelle: Piotr Drabik / wikimedia

Jedem Fußballfan dürfte sein Gesicht bekannt sein. Der Schweizer Gianni Infantino begleitet regelmäßig als Moderator die Auslosungen von UEFA Champions Leauge, Euro League oder eben auch den Europameisterschaften.

Als Generalsekretär der UEFA leitet er seit 2009 die Geschicke im europäischen Spitzenfußball und fungiert als rechte Hand des derzeit gesperrten Präsidenten Michel Platini. Er zählt zu den beliebtesten Fußball-Funktionären weltweit und verfügt über ein breites Wissen auch abseits des Fußballs. Ein Zitat von ihm, welches seine Leidenschaft für den Fußball besonders gut aus wiederspiegelt lautet: "Fußball bedeutet Leidenschaft, Fußball bedeutet Emotionen, Fußball bedeutet Toleranz, Fußball bedeutet Respekt, Fußball ist einfach zauberhaft!"

 

Anfänge als Berater

Infantino wurde am 23. März 1970 im schweizirschen Brig geboren und ist studierter Rechtsanwalt. Vor seiner Tätigkeit bei der UEFA arbeitete er als Generalsekretär beim Internationalen Zentrum für Sportstudien (CIES) an der Universität von Neuenburg. Auch davor war er bereits im Sport tätig, als Berater von diversen Fußballorganisationen. So beriet er unter anderem die italienische, spanische und schweizer Fußballliga.

 

Tätigkeit bei der UEFA

Im Jahr 2000 stieß Infantino, der fließend Deutsch, Italienisch, Franzöisch, Spanisch, Englisch und Arabisch spricht, zur UEFA. Kommerzielle, rechtliche und Profifußballangelegenheiten waren hier seine ersten Aufgabengebiete. Der sympathische Schweizer arbeitete sich schnell nach oben und wurde bereits 2004 zum Direktor der UEFA-Division Rechtsdienst & Klublizensierung.

 

Infantino (m.) ist die rechte Hand von UEFA-Boss Platini (l.) / Bild: katatonia82 / Shutterstock.com

 

Nach dem Rücktritt des Schweden Lars-Christer Olsson wurde Infantino Anfang 2007 für eine kurze Zeit Interims-Generaldirektor der UEFA. Im Mai des gleichen Jahres wurde er Vize-Generalsekretär ehe er im Oktober 2009 als Nachfolger von David Taylor Generalsekretär wurde.

 

Bewerbung als FIFA-Boss

Nachdem der aktuelle Präsident Sepp Blatter Anfang des Jahres seinen Rücktritt bekannt gab, wurde von der UEFA zunächst ihr Präsident Michel Platini als Nachfolger vorgeschlagen. Dieser wurde allerdings genau wie Blatter im Zuge von Korruptionsvorwürfen gesperrt, sodass der Franzose sich nicht mehr zur Wahl aufstellen lassen konnte. Als Ersatz-Kandidat wurde Infantino vorgeschlagen. Dieser gab daraufhin am 26. Oktober 2015 seine offizielle Bewerbung bekannt.

Der Schweizer, der ebenfalls einen italienischen Pass besitzt, genießt die volle Rückendeckung des Verbandes: "Die anstehende Wahl stellt einen essentiellen Schritt für die Führung des Sports und die Zukunft der FIFA dar. Wir glauben, dass Gianni Infantino alle Kriterien erfüllt, um die Herausforderungen zu meistern und die Organisation auf einen guten Weg zu mehr Integrität und Glaubwürdigkeit zu führen. Er hat aber unsere vollste Unterstützung", hieß es in einem Statement. Auch der vierfache Familienvater selbst freut sich über den zugesagten Beistand seitens der UEFA: "Es ist eine große Ehre für mich, mit solch starker Unterstützung zahlreicher Freunde und Kollegen an dieser Wahl teilzunehmen und eine Vision einer erneuerten FIFA, die dem Fußball und all seinen Interessenträgern dient, anzubieten."

Bisher gibt es noch sieben weitere Kandidaten, allerdings dürfte lediglich der Südafrikaner Tokyo Sexwale Chancen ernsthafte haben Infantino zu besiegen.

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