Der Mythos der Alpe Cermis

Sportnews > Wusstet ihr schon Veröffentlicht am Dienstag, 16. Februar 2016

Quelle: Sorbis / Shutterstock.com (Symbolbild)

Die Tour de Ski endet dieses Wochenende wie jedes Jahr mit dem Anstieg zur Alpe Cermis. Ein Berg, der von den Athleten gleichzeitig gehasst und geliebt wird.

Sie ist berühmt und berüchtigt. Die letzte Etappe der Tour de Ski im italienischen Val di Fiemme. Dafür hauptverantwortlich ist der Anstieg hoch auf die Alpe Cermis. Zwar ist die Strecke nur vier Kilometer lang, dennoch wirkt sie für die Athleten wie eine Drohung: Bis zu 26 Prozent Steigung müssen im Laufschritt bezwungen werden!

 

Capols Geheimnis

Der Berg, der bei der ersten Tour de Ski vor zehn Jahren für Entsetzen sowohl bei den Athleten als auch bei den Zuschauern sorgte, steht heute mehr denn je als das Symbol der Tour de Ski. Tour-Erfinder Jürg Capol erinnert sich noch daran, wie er im Geheimen plante, die Läuferinnen und Läufer hoch auf den Monsterberg zu schicken: "Das habe ich nie richtig erklärt, auch nie vorher selbst getestet. Erst während der ersten Tour ist das dann wirklich durchgesickert. Und es gab einen Sturm der Entrüstung. Aber wir konnten ja nicht mehr zurück. Das erste Mal hoch zur Alpe Cermis - das war für mich der spannendste Tag in den zehn Jahren", so Capol.

 

Glanz verblasst immer mehr

Doch seinen anfänglichen schreckeneinjagenden Status hat der Berg längst verloren. Vielmehr haben die Athleten heutzutage eine Art Hassliebe zur Alpe Cermis entwickelt. Erst will keiner rauf, aber sobald man oben ist, fühlt es sich einfach himmlisch an. An Kritikern mangelt es aber trotzdem nicht: Die Ästhetik des Langlaufs gehe verloren, wenn die Läufer sich hoch auf den Berg quälen würden, so der Vorwurf. Doch der Weltverband kann darüber nur noch schmunzeln.

 

Norwegens Langlauf-Star Petter Northug (Bild: GAD / wikimedia)

 

Denn die wichtigsten Kritiker, die Athleten selbst, sind mittlerweile die größten Fürsprecher. Sogar der norwegische Langlauf-Star Petter Northug, der an eben diesem Anstieg bereits mehrfach den Gesamtsieg der Tour de Ski aus den Händen gab, spricht sich für die Alpe Cermis aus: „Ich bin schon mehrfach als Führender in die letzte Etappe gegangen, doch ich war in diesem Monster-Anstieg nie in der Lage, die Position zu verteidigen.“ Und trotzdem: „Die Alpe Cermis steht für die Tour de Ski. Sie wurde zum Symbol der Tour und es wäre falsch, sie aus dem Programm zu nehmen“, sagte er gegenüber der dpa.

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