Unbemerkt im Wasser

Die Randsportart Wasserball

Sportnews > Wusstet ihr schon Veröffentlicht am Mittwoch, 27. April 2016

Quelle: wikimedia / Massimo Finizio

Derzeit laufen in der serbischen Hauptstadt Belgrad die Wasserball-Europameisterschaften. Doch in Deutschland weiß wohl kaum jemand davon.

Denn noch immer ist der Wasserballsport hierzulande eine Randsportart. Dabei hat der Sport durchaus das das Potenzial größere Menschenmassen zu versammeln. So wie populärere Mannschaftssportarten wie Fußball oder Handball. Woran liegt es das der Wasserballsport so wenig Beachtung findet? Schließlich weist die Regelkunde und der Spielablauf des Wasserballs viele Parallelen mit Fußball und Co. auf. Zwei Teams kämpfen durch geschicktes passen und freischwimmen um den Ball. Das Team das am Ende des Spiels mehr Tore erzielt hat gewinnt.  

 

Regeln und Spielverlauf

Eine Wasserballmannschaft besteht aus insgesamt 15 Akteuren, davon nehmen sieben Spieler pro Mannschaft, bestehend aus sechs Feldspielern und einem Torhüter am Spielbetrieb teil. Die restlichen Akteure können beliebig oft ein- und ausgewechselt werden. Die Ballübergabe bei einem Angriff kann sowohl über als auch unter der Wasseroberfläche stattfinden. Der Ball darf immer nur mit einer Hand oder einem Arm berührt werden. Eine Ausnahme bildet dabei der Torwart der innerhalb des 5-Meter Raums den Ball mit beiden Händen berühren darf. Die Spieldauer beträgt insgesamt 20 Minuten und ist in Viertel von jeweils 6 Minuten unterteilt.

 

Bild: A.RICARDO / Shutterstock.com

 

Die Beckentiefe muss im gesamten Spielfeld bei mindestens 1,80 m liegen. Der ballführende Spieler darf sich nicht am Boden abstoßen oder sonstige Vorteile verschaffen. Jedes Team hat die Möglichkeit jeweils eine Auszeit pro Viertel zu nehmen. Den Teams steht eine Angriffszeit von 30 Sekunden zur Verfügung, die mit einem Torabschluss sofort endet.

 

Das Blutspiel von Melbourne

Dass beim Wasserball durchaus auch mal mit harten Bandagen gekämpft wird zeigt das wohl bekannteste Spiel der Wasserballgeschichte: Ungarn gegen die Sowjetunion bei den Olympischen Spielen 1956 in Australien. Das Match gilt bis heute als eines der unsportlichsten Aufeinandertreffen zweier Mannschaften in der Geschichte der olympischen Spiele.

Das Spiel fand am 6. Dezember statt, zu dieser Zeit wurde der Ungarische Volksaufstand gerade von sowjetischen Truppen brutal niedergeschlagen. Schläge, Tritte und Hiebe bestimmten das Spielgeschehen maßgeblich mit. Kurz vor dem Ende erhielt der Ungar Ervin Zádor nach einer Provokation gegenüber Valentin Prokopov von diesem einen Faustschlag welcher eine Platzwunde und den Abbruch des Spiels zur Folge hatte. Die Presse gab dem Spiel daraufhin den Namen “Blutspiel von Melbourne“. Ungarn die zu diesem Zeitpunkt 4:0 führten wurde später auch Olympiasieger.

 

 Geschichte des Wasserballs

Ursprünglich wurde der Wasserballsport als übertragende Sportart des Fußballs auf das Wasser erfunden. Im Jahr 1900 wurde die Sportart erstmals bei Olympia in Paris vertreten. Damit ist Wasserball die älteste olympische Mannschaftssportart.  Es finden regelmäßig Welt- und Europameisterschaften der Männer und Frauen statt. Zu den erfolgreichsten Wasserballnationen zählen Ungarn, Spanien , Serbien und Kroatien.

In Deutschland gibt es eine Wasserball-Bundesliga der Männer mit insgesamt 16 Teams in zwei Gruppen mit jeweils 8 Teams und eine Frauen-Bundesliga mit 7 Teams. Der SC Neustadt vertritt Rheinland-Pfalz in der Bundeliga der Männer.  

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