Deutschlands Surf-Mekka

Die Urlaubsinsel Sylt zeigt, was in ihr steckt

Veröffentlicht am Dienstag, 03. Mai 2016
Quelle: Quelle: Wikipedia/Jürgen Tap/Kuebi

Aloha from Germany

Es ist wohl wahr, dass man sich unter dem „Surfer Boy“ einen FlipFlop-tragenden jungen Typen mit brauner Haut und blonden langen Haaren vorstellt. Und dass man Sommer braucht. Hört sich nicht gerade nach Deutschland an. Trotzdem gibt es den einen oder anderen Surfer unter uns. Nur mit dem kleinen Unterschied: sie sind Wind- oder Kitesurfer. Sie machen sich die Winde von Nord- und Ostsee zu Nutze, anstatt zu paddeln. Wenn man nämlich erst einmal  ein Segel oder einen Drachen dabei hat, ist man mit bis zu 45km/h auf dem Wasser unterwegs! Obwohl es in Deutschland nicht die besten Voraussetzungen für diesen Sport gibt, ist die Community doch recht groß. Wieso ist das so?

 

 

Surfen ist Lifestyle

Windsurfen gehört in der Regel nicht zu den klassischen Leistungssportarten, die medial zur Schau gestellt werden. Es gibt kaum Fernsehübertragungen, da oft das Wetter nicht passt, um schöne Aufnahmen zu machen oder viele Zuschauer anzuziehen. Windsurfen ist also Funsport und Hobby, aber doch viel mehr als „nur“ das. Viele Surfer beschreiben es als einen Lifestyle, der Einfluss auf die eigene Persönlichkeit hat. Hierbei geht es darum, Chancen beim Schopfe zu packen, genauso wie man alles gibt, um diese eine Welle zu bekommen. Man kann auch nicht alles planen, denn plötzlich dreht sich der Wind und man geht raus, um ein paar Wellen zu reiten. Oft wird Surfern nachgesagt, viel entspannter durchs Leben zu gehen. Es ist sogar bewiesen, dass Surfen einen glücklich macht! Jetzt liegt es auf der Hand, dass wenn man einmal damit angefangen hat, man nicht so leicht wieder aufhören will, egal an welchem Ort man ist.

 

Der Deutsche Philip Köster als Sieger des Wind Surf World Cups 2011. (Quelle: Wikipedia/Philipp Szyza/CC BY-SA 3.0)

 

Wind Surf Cup Summer Opening auf Sylt

Daran orientiert sich auch das Programm dieses Events. Zum einen finden Wettkämpfe für Wind- und Kitesurfer statt. Die Teilnehmer können in verschiedenen Disziplinen zeigen, was sie drauf haben. Zuerst treten die Windsurfer in den Disziplinen „Racing“, also Wettrennen, „Slalom“ und „Wave“, dem Abreiten von Wellen, an. Danach kämpfen die Kitesurfer im Racing und Freestyle um die Punkte.  Zum anderen gibt es viele Activities für die, die nicht gerade auf dem Wasser sind. Wer will, kann Zumba tanzen, über die Shopping-Meile schlendern oder mit den Surfern reden. Die Community ist auch eng mit der Skaterszene vernetzt, also wird natürlich für eine Skate-Area gesorgt. Wenn die Sonne dann langsam untergeht, beginnen die After-Race-Parties auf der Promenade, auf denen bekannte DJs wie „Beauty and the Beats“ und Bands wie „Urban Beach“ auftreten.

 

Die Surf-Legenden Naish und Dunkerbeck. (Quelle: Wikipedia/CC BY-SA 3.0/Jürgen Tap)

 

Ein Deutscher ist ganz oben mit dabei

Zugegeben, einer der erfolgreichsten Surfer kommt natürlich aus Hawaii. Der heute 53-jährige Robby Naish wurde in den 80er und 90er Jahren mehrfacher Weltmeister im Wind- und Kitesurfen. Des weiteren surft der Däne Bjørn Dunkerbeck an der Weltspitze, der 41-maliger World Champion und damit einer der erfolgreichsten Sportler weltweit ist. Doch auch ein Deutscher zieht die Aufmerksamkeit der Windsurfer auf sich: Philip Köster, insgesamt 3-facher Weltmeister der PWA Wave-Tour  und nach Naish der zweitjüngste Windsurf-World Champion. Der erst 22 jährige wurde von Deutschlands größtem Windsurfmagazin SURF zweimal zum Surfer des Jahres  gewählt. Das riecht nach Me(h)r!

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