Mit dem Pferd nach Rio

Wie qualifizieren sich eigentlich Pferde für die olympischen Spiele?

Veröffentlicht am Mittwoch, 15. Juni 2016
Quelle: Alex Grübner

Im Dressursport kommt es nicht nur auf den Athleten, sondern in hohem Maß auch auf das Pferd an. Doch wie qualifiziert sich eigentlich ein Pferd für Olympia bzw. die paralympischen Spiele? Muss es sich überhaupt qualifizieren oder kann im Fall einer Verletzung jedes andere Pferd am bedeutendsten Sportereignis der Welt teilnehmen?

 

So läuft's ab

Der Weltverband FEI (Federation Equestre Internationale) gibt einen Qualifikationszeitraum an. Für Rio ist dieser von Januar 2014 bis zum 19. Juni 2016 angesetzt. In dieser Zeit muss das Pferd zusammen mit seinem Reiter oder seiner Reiterin bei einem „3-Sterne-Turnier“ mindestens 60% in der Pflichtaufgabe erreichen. Damit hat der Reiter seine Basisqualifikation erreicht. Das Interessante daran: Der Reiter kann die Qualifikation mit mehreren Pferden erreichen. Die Regel ist hier relativ einfach, das Pferd muss im Jahr 2016 mindestens sechs Jahre alt sein. Hanne Brenner reitet schon ein Leben lang und ist Mitglied im Team Rio Metropolregion Rhein-Neckar. Die geborene Lüneburgerin ist seit einem Reitunfall im Oktober 1986 an Gehhilfen gebunden, was sie vom Reiten aber nicht abhielt - und das mit vollem Erfolg. Vier Mal war sie jetzt schon bei den Paralympics und gewann dort mehrere Medaillen. Heute gehört sie zu den erfolgreichsten paralympischen Athletinnen und trainiert in Wachenheim fleißig weiter. In Rio de Janeiro will sie auch wieder auf dem Treppchen stehen.  Die Qualifikation hat sie bereits mit ihrer Wunderstute „Women of the World“ und dem elfjährigen Wallach „Kawango“ geschafft.  In der nächsten Woche wird sie mit der 6-jährigen Stute „Belissima M“  beim internationalen Turnier im französischen Mulhouse antreten in der Hoffnung, auch dieses Pferd zu qualifizieren.  

Hannelore Brenner zählt zu den erfolgreichsten paralympischen Athletinnen (Bild: Alex Grübner)

 

Die Qual der Wahl

Jetzt stellt sich natürlich die Frage, welches der qualifizierten Pferde mit nach Rio darf. Diese Entscheidung fällt dabei jedoch nicht Hanne Brenner und ihre Trainerin. Sondern eine Gruppe, in der unter anderem der Bundestrainer, die Chefin d`Équipe und Vertreter des Deutschen Kuratorium für therapeutisches Reiten (DKThR) vertreten sind. Die endgültige Entscheidung für Rio wird erst im Juli getroffen. Doch eins ist schon mal klar: Die „Woman of the World“ wird auf Grund ihres Alters (21 Jahre) nicht dabei sein. „Kein Pferd war mir je so nah wie Women of the World und noch nie habe ich eine derartige Verbindung gespürt wie mit ihr.“, schreibt Hanne Brenner auf ihrer Website. Zusammen gewannen sie unter anderem Gold bei den Paralympics in Hongkong 2008 und in London 2012. Dieses Jahr wird sie wohl mit einem anderen Pferd die Jagd nach der Goldmedaille fortsetzen müssen.    

Hanne Brenner (l.) mit Trainerin Dorte Christensen und Wunderstute "Woman of the World"  (Bild: Alex Grübner)

 

Gute Vorbereitung ist das A und O

Dass die Athletin bisher auf drei so gute und unter der Federführung von Dorte Christensen, Trainerin und gleichzeitig auch Lebensgefährtin von Hanne Brenner, hervorragend vorbereitete Pferde zurückgreifen kann, ist unter anderem auch auf die Fördermaßnahmen des Team Rio MRN zurückzuführen. Die Unterstützung für den Unterhalt und das Training der Pferde ist ein Baustein, um bei plötzlichem Ausfall eines Tieres auf ein Zweites zurückgreifen zu können, was im Profibereich absolut notwendig ist.  

 

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