Zittern, Beten, Feiern, Trauern

Die spannendsten Relegationsspiele der Bundesliga

Veröffentlicht am Mittwoch, 18. Mai 2016
Quelle: shutterstock.com/Vlad1988

Die Saison 15/16 der Bundesliga hatte am Wochenende ihren letzten Spieltag. Die Münchner feiern ihren vierten Meistertitel in Folge, Hannover und Stuttgart hingegen sagen der 1. Liga erstmal Adieu. Dafür rücken aus der 2. Bundesliga der Meister SC Freiburg und RB Leipzig nach. Doch damit ist die Saison noch nicht endgültig entschieden. Denn mit den Relegationsspielen wird es nochmal für einige Fans spannend. Eintracht Frankfurt muss gegen den 1. FC Nürnberg um den Klassenerhalt kämpfen und Drittligist Würzburg hofft gegen den Duisburg aufsteigen zu können. Dass die Relegationsspiele oft mit die spannendsten Spiele der ganzen Saison sein können, beweisen die letzten Jahre. Wir haben mal ein paar dieser Spiele rausgesucht:  

 

2011 VfL Bochum - Borussia Mönchengladbach 0:1/ 1:1

 

Für die Gladbacher lief es die Saison über eher schlecht. Vom 13. Bis 30. Spieltag bildeten sie das Schlusslicht der Ersten Bundesliga und für viele Fußballkenner war das schon der sichere Abstieg. Doch dann kam die Wende. Am 14. Februar 2011 verpflichtete Borussia Mönchengladbach Lucien Favre als Trainer und startete so eine spektakuläre Aufholjagd. Am 31. Spieltag gelangten sie auf Platz 17 und schafften am 33. Spieltag den 16. Platz. Das Hinspiel in der Relegation gegen Bochum wurde zum Diskussionsschlager! Igor De Camargo macht den 1:0- Siegestreffer in der Nachspielzeit. Ganz genau: 92. Minute und 19 Sekunden. Der vierte Offizielle hatte zwei Minuten Nachspielzeit angegeben, was bei VFL-Coach Funkel zu hitzigen Streitereien mit den Offiziellen führte. Im Rückspiel ging es dann mit einem 1:1 auseinander und Borussia Mönchengladbach konnte seine Klasse halten. Seither sind die Gladbacher stabil in der Ersten Bundesliga verankert.

 

Quelle: youtube.com/SUBSCRIBE

 

2012 SSV Jahn Regensburg – Karlsruher SC 1:1/ 2:2

 

Drittligist Regensburg gelang die Überraschung schlecht hin. Dank der Auswärtstorregel schaffte der Jahn mit einem 2:2 im Rückspiel gegen den KSC den Sprung in die 2. Liga. Trotz Führung der Karlsruher durch Lavric (32.) und Charalambous (56.), gelang den Regensburger in der 66. Minute mit Lauritio der Ausgleich. In den Letzten Minuten riskierten sie sogar zwei Platzverweise ( Erfen rot-gelb in der 87. Minute und Müller rot in der Nachspielzeit) und standen so nur noch zu neunt auf dem Platz. Doch drehen konnten die Karlsruher das Spiel in der kurzen Zeit nichtmehr. Das Stadion tobte nach dem Abpfiff. Während Jahn-Erfolgscoach Markus Weinzierl von seinen Spielern vor Freude in die Luft geworfen wurde, stürmten die Karlsruher-Fans aus Frust den Platz und bewarfen die Sicherheitskräfte mit jeglichen Gegenständen. „Ich unterstütze das nicht, aber irgendwo ist das Verständnis da“, sagte damals Ex-KSC-Sportdirektor Oliver Kreuzer zu den Geschehnissen.

 

Quelle: youtube.com/Spiegelwagen

 

2012 Fortuna Düsseldorf – Hertha BSC 2:1/ 2:2

 

Dieses Relegationsspiel ging als Skandalspiel schlechthin in die Geschichte der Bundesliga ein. Das Rückspiel in Düsseldorf zeichnete sich als ein regelrechtes „Feuerwerk“ aus. 2:1 standen die Düsseldorfer gegen die Hauptstädtler in  Führung, als die ersten Bengalos von beiden Fanblocks auf das Spielfeld geworden wurden. In der 85. Minute gelang den Berlinern der Ausgleich, der sie aber noch nicht vor dem Abstieg hätte retten können.  Noch vor Ablauf der siebenminütigen Nachspielzeit sahen sich die Fortuna-Fans schon in der Ersten Liga und stürmten das Feld, schnitten Stücke aus dem Rasen und klauten mindestens eine Eckfahne. Der Schiedsrichter musste das Spiel mehrfach unterbrechen, bis nach circa 20 Minuten das Spiel dann endgültig zu Ende gespielt werden konnte. Nach dem Spiel kam es noch zu einigen Gerichtsverhandlungen, das Ergebnis blieb jedoch gleich: Für Fortuna ging es eine Klasse höher.

 

Quelle: youtube.com/Maik Bohlmann
 

2014 SV Darmstadt 98 – Arminia Bielefeld 1:3/ 4:2 n.V.

 

Ein Aufstieg für die Geschichtsbücher: Den brachte 2014 der SV Darmstadt 98 beim Relegationsspiel gegen Arminia Bielefeld. Nach einer 1:3- Niederlage in der Heimat sahen die Chancen für einen Aufstieg eher mau aus. Doch beim Rückspiel zeigten die Darmstädter ihren eisernen Willen. Mit einem spektakulären 4:2 drängten sie die Bielefelder aus der Zweiten Liga. Dank Stroh-Engel, Behrens und Gondorf ging es 3:1 für Darmstadt in die Verlängerung. In der 110. Minute erzielte Przybylko das zweite Tor für Bielefeld und hätte somit den Klassenerhalt seiner Mannschaft gesichert. Doch dann kam Elton Da Costa dazwischen. Aus gut 20 Metern schießt der Brasilianer in der Nachspielzeit der Verlängerung die Lilien zum Aufstieg. Ein wahrer Moment für die Ewigkeit.

 

Quelle: youtube.com/SV Darmstadt 98 - Videos

 

Der Hamburger SV 2014 und 2015

 

„Überlebenskünstler“ könnte man die Hansestädter nennen. 2 Jahre in Folge mussten sie um ihren Klassenerhalt kämpfen und beide Male machten sie es spannend. 2014 ging es gegen die SpVgg Greuther Fürth im Hinspiel 0:0 und im Rückspiel 1:1 auseinander. Nur dank der Auswärtstorregelung konnte der HSV seine nächste Saison in der Ersten Bundesliga antreten. Doch auch diese Saison lief nicht besonders gut, sodass sie wieder in der Relegation zittern mussten. Dieses Mal gegen den Karlsruher SC. Das Hinspiel in Hamburg ging mit einem 1:1 über die Bühne. Die Hanseaten brauchten also mindestens einen Treffer im Rückspiel, doch der lies lange auf sich warten. Und dann ging auch noch der KSC dank Yabo in der 76. Minute in Führung. Die Wolken überm Hamburger Fanblock wurden schwarz. Der Schiedsrichter gibt vier Minuten Nachspielzeit. Die Badener feiern schon ihren Aufstieg. Doch dann passiert genau das, worauf jeder HSV-Fan gehofft hat. Diaz schießt mit einem Freistoß aus 18 Metern die Hamburger in die Verlängerung. Die Stimmung wurde immer angespannter im Wildparkstadion. Doch in der 115. Minute kam dann der erlösende Treffer von Nicolai Müller für den HSV. Nach Abpfiff überwältigten die Emotionen das ganze Stadion. Bittere Enttäuschung und riesige Erleichterung standen dicht beieinander. „Ein unglaubliches Glücksgefühl. Ich kann das gar nicht in Worte fassen. Gar nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn es nicht geklappt hätte. Ich lebe in dieser Stadt, ich liebe diese Stadt und ich liebe diesen Verein.“, erklärte HSV-Trainer Bruno Labbadia.

 

Quelle: youtube.com/Daniel Kunz

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