Mehr als nur Bälle werfen

Der harte job eines Ballkindes

Veröffentlicht am Montag, 11. Juli 2016
Quelle: Stuart Slavicky / Shutterstock.com

Sie fallen kaum auf, sind aber dennoch unverzichtbar: Die Balljungen und –mädchen beim Tennis. Präzise und zuverlässig wie Schweizer Uhrwerke verrichten sie während den Matches ihre Arbeit. Wer jetzt denkt „Naja, so ein paar Bälle zuwerfen, das bekomme ich auch hin“ soll sich allerdings noch nie so sehr getäuscht haben.

 

Beim ältesten und berühmtesten Rasenturnier der Welt – den All England Championships in Wimbledon – laufen sie anmutig über den Platz, rollen und werfen Bälle präziser als so mancher Baseballer und erfüllen den Tennis-Stars nahezu jeden Wunsch. Seit 1920 werden im Südwesten Englangs Ballkinder eingesetzt, seit 1977 dürfen auch Mädchen helfen.

 

Ist das noch Sport?

Wer jetzt denkt „Naja,  so ein paar Bälle zuwerfen, das bekomme ich auch hin“ soll sich allerdings noch nie so sehr getäuscht haben. Hinter dem Job der „Ball Boys or Girls“ („BBGs“) steckt weit mehr als man vermutet. Rund fünf Monate vor Beginn des Wimbledon-Turniers geht es für die 14-18-Jährigen schon los.

 

Im Gleichschritt in Richtung des heiligen Rasens: BBGs beim Wimbledon-Turnier (Bild: Youtube / Press Association)

 

Training, Training, Training. Jede einzelne Bewegung muss perfekt sitzen.  Wer muss wann an welcher Stelle stehen. Muss der Rücken durchgestreckt sein, wie viele Bälle braucht man? Alles ist von A bis Z durchgeplant. Schließlich werden während des Wettkampfes Fernsehkameras aus aller Welt – wenn auch nicht direkt – auf sie gerichtet sein. Und auch das Internet vergisst mittlerweile keine einzige Panne mehr…

Nur rund ein Viertel der fast 1.000 Bewerber kann sich nach dem Trainingscamp offiziell Balljunge oder Ballmädchen nennen. Das zeigt, wie hart das Training ist. Sprints, Liegestütz und Sprünge stehen auf dem Plan. Nur wer einen Fitnestest übersteht, hat die Chance in die Endauswahl zu kommen. Sechs Trainerinnen und Trainer überwachen während den anstrengenden Einheiten jede einzelne Bewegung der Anwärter. Dabei könnte man das Training auch leicht mit einer Drill-Einheit einer Spezialeinheit des Militärs verwechseln. Aufgestellt in Reih und Glied, eine starre Körperhaltung, und den Blick schnurstracks geradeaus – so stehen die Jungen und Mädchen da. Keine Miene wird verzogen und den Anweisungen der Ausbilder wird blind gefolgt.

 

Auch die Spieler sind nicht einfach

So weit so gut. Doch wer es am Ende wirklich auf den heiligen Rasen geschafft hat, muss jetzt nicht nur mit den Regeln klar kommen, die man während der Ausbildung gelernt hat. Auch die Spieler haben so ihre Eigenheiten.

 

Es gibt natürlich auch schöne Geschichten als Balljunge, wie hier mit Superstar Novak Djokovic (Youtube / Roland Garros)

 

Wer will wann sein Handtuch? Wer will welche und vor allem wie viele Bälle? Von solchen Fragen bis hin zum Auffüllen der Getränkeflaschen, dem Schirm während den Pausen halten, damit die Spieler auch ja im Schatten sitzen können. All das gehört zu den Aufgaben der BBGs.

Dazu lauern noch weitere Gefahren: Sengende Hitze die dem Kreislauf auch schon mal zu schaffen machen kann. Wütende Spieler, die sich über eine Entscheidung des Schiedsrichters ärgern und vor Wut Bälle wild um sich schlagen. Oder auch mal ein verirrter Ball der mit rund 200 km/h in Richtung der Ballkinder fliegt.

 

Warum tut man sowas?

Wer sich nun fragt, warum jemand solche Torturen freiwillig auf sich nimmt, dem sei gesagt, dass es speziell in England gesellschaftlich sehr hoch anerkannt wird ein Balljunge oder –mädchen zu sein. Im Lebenslauf macht es sich bestimmt nicht schlecht stehen zu haben „Ballboy at the All England Championships“.

Und außerdem gibt es da ja auch noch diese anderen Momente. Diese spaßigen Momente. Diese Momente wenn du Ballkind bei einem Spiel von Superstar Novak Djokovic bist und er kurzerhand beschließt einfach mal die Rollen mit dir zu tauschen.

 

(Youtube / Outside the Ball)

 

Oder Du während einer Regenunterbrechnung neben ihm auf der Bank Platz nehmen darfst, er sogar den Schirm für Dich hält und Dir eine Flasche Wasser spendiert.

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