Duelle für die Ewigkeit

Die härtesten Duelle in der Formel-1-Geschichte

Veröffentlicht am Dienstag, 26. Juli 2016
Quelle: Shutterstock.com

1950 - Guiseppe Farina – Juan Manuel Fangio – Luigi Fagioli

Es ist die erste Formel-1-Saison überhaupt. Farina, Fangio und Fagioli sind Teamkollegen bei Alfa Romeo und dominieren die Rennen. Vor allem Fangio und Farina liefern sich dabei erbitterte, aber meist faire, Duelle. Vor dem letzten Rennen in Monza können dennoch alle drei noch Weltmeister werden. Fangio führt mit 27 Punkten vor Farina (22) und Fagioli (20). Nachdem Fangio zunächst sein eigenes Auto wegen eines Defektes abstellen muss, fährt er im Anschluss einfach mit dem Auto seines Kollegen Piero  Taruffi weiter. In Runde 34 ist dann allerdings endgültig Schluss und Fangio scheidet mit einem Motorschaden aus. Farina gewinnt das Rennen und wird damit Weltmeister.

 

1976 - Niki Lauda – James Hunt

Sie waren so unterschiedlich wie Tag und Nacht. Der eine ein akribischer Arbeiter, der stets alles plante. Der andere eine Frauenheld und Lebemann. Niki Lauda und James Hunt hatten eigentlich nur eines gemeinsam: sie waren begnadete Rennfahrer. Der Österreicher dominiert die Saison bis zum Rennen am Nürburgring. Es ist das letzte Mal, dass die PS-Monster die berüchtigte Nordschleife herunter brettern. Bei einem schweren Unfall zieht sich Lauda schwere Verbrennungen zu, entgeht dem Tod nur knapp. Vier Rennen setzt er aus, danach kehrt er sensationell wieder ins Auto zurück – mit noch immer blutenden Wunden holt sich Lauda Platz vier. Hunt nutzt die Chance und gewinnt alle vier Rennen in Abwesenheit von Lauda, dennoch langt es vor dem letzten Saisonrennen in Japan nicht für die Führung im Gesamt-Klassement. In Fuji stellt Lauda dann, zur Überraschung aller, gemeinsam mit drei weiteren Piloten, seinen Wagen vorzeitig ab. Nebel und Regen machten die Weiterfahrt aus seiner Sicht zu gefährlich. Hunt fuhr weiter, sicherte sich den dritten Platz und gewann den WM-Titel mit einem einzigen Punkt Vorsprung.

 

1989 - Alain Prost – Ayrton Senna

Es sollte ein Duell werden, welches die Formel-1-Welt bis dahin noch nie so erlebt hatte. Alain Prost, der alles und jeden dominierende Franzose, bekommt in der Saison 1988 im McLaren-Team einen neuen Kollegen. Einen jungen, aufstrebenden Brasilianer, der da Ayrton Senna heißt. Sofort entwickelt sich eine wahre Feindschaft unter den beiden. Nie zuvor brachten sich zwei Teamkollegen so viel Hass entgegen wie Senna und Prost. In der ersten gemeinsamen Saison sicherten sich die beiden 15 von 16 möglichen Siegen, mit winzigem Vorsprung holt sich der Brasilianer den Titel. In der nächsten Saison sollte die Situation allerdings komplett eskalieren: Beide liefern sich einen wahren Krieg. Sowohl über die Medien als auch auf der Strecke. Immer wieder attackieren sich die  beiden Streithähne. Der Saisonabschluss gipfelt darin, dass Senna im letzten Rennen wegen gefährlichen Fahrens disqualifiziert wird, nachdem der hitzköpfige Brasilianer mit Prost kollidierte. Prost verteidigte damit seine Spitzenposition und sicherte sich den WM-Titel. Senna allerdings ist außer sich und unterstellt dem Franzosen sogar absichtlich mit ihm gecrasht zu sein. Bis zum Karriereende von Prost nach der Saison 1993 duellieren sich die beiden um den WM-Titel. In den letzten Monaten verstehen sie sich zunehmend besser. Prost entscheidet seine letzte Saison vor Senna für sich. Beim finalen Rennen zeigt Senna eine große Geste und zieht nach seinem Sieg den zweitplatzierten Franzosen mit auf die oberste Stufe des Podests.

 

Quelle: Wikipedia/Angelo Orsi/CC BY 2.0

 

1997 - Michael Schumacher – Jaques Villeneuve

Der Rekordweltmeister war in so einige Schlachten verwickelt. Denkt man an den seltsamen Unfall mit Damon Hill oder den Kampf mit Mika Häkkinen. Aber nie war es so eng und so spannend wie mit Jaques Villeneuve. Damit angefangen, dass sich die beiden Rennställe Williams (Villeneuve) und Ferrari (Schumacher) nicht leiden können, sind auch die beiden Fahrer nicht grade die besten Freunde. Der Kanadier liegt während der Saison die meiste Zeit vorne in der Gesamtrangliste. Doch Schumi kämpft sich zurück und liegt vor dem letzten Rennen mit einem Punkt in Führung. Und enger kann eine Entscheidung um die Weltmeisterschaft kaum sein: Sowohl Schumacher, Villeneuve und auch Heinz-Harald Frentzen fahren schon im Qualifying die auf die Tausendstel-Sekunde genaue Zeit. Der Williams-Pilot darf dennoch von der Pole starten, da er die Zeit als erstes gefahren ist. Und auch im Rennen geht es dramatisch zu. Schumi liegt lange Zeit in Führung, bekommt dann jedoch Probleme mit seinen Reifen. Villeneuve kommt immer näher – zur großen Freude von Fans und Zuschauern. „Das wollen wir sehen: Mann gegen Mann, Auto gegen Auto,“ ruft ein Fernseh-Kommentator. Der Kanadier setzt zum Überholen an, doch Schumi drängt nach innen und kollidiert mit ihm. Der spätere 7-malige Weltmeister scheidet daraufhin aus und Villeneuve holt sich den Titel. Nach dem Rennen wird der Ferrari-Pilot sogar noch disqualifiziert und verliert sämtliche WM-Punkte.

 

2016 - Lewis Hamilton – Nico Rosberg

„Der Krieg der Sterne“ oder  „Die Silberfeinde“ sind nur zwei von vielen Begriffen die sich die Presse für das Duell der Beiden ausgedacht haben. Seit drei Jahren dominiert das Mercedes AMG-Petronas Team die Formel 1 wie kein anderes Team. Der Sieg wird meistens eigentlich nur zwischen Hamilton oder Rosberg entschieden. In den letzten beiden Saisons war es jedoch immer Hamilton, der das bessere Ende für sich hatte. Mit teils harten Überholmanövern ließ der Brite den Deutschen immer wieder hinter sich und gewann zwei Weltmeisterschaften in Folge. Immer wieder beschwerte sich Rosberg jedoch, dass sein Teamkollege zu hart gegen ihn fahre. Dieser sagte zu den Vorwürfen jedoch einfach nur: „That’s racing.“ In der aktuellen Saison erreicht der Kampf der beiden Streithähne dann eine neue Dimension. Mit dem Crash in Barcelona, als Hamilton und Rosberg bereits in der ersten Runde kollidieren und ausscheiden und dem Überholmanöver von Hamilton in Österreich, bei dem Rosberg sich die Nase kaputt fährt, macht die Teamleitung um Toto Wolff mächtig sauer. Sogar über eine Stallorder wird öffentlich nachgedacht. Dass beide nun nicht mehr Worte miteinander wechseln als unbedingt nötig, zeigt wie sehr der Druck auf den Fahrern lastet. Waren Hamilton und Rosberg zu ihren Anfangszeiten doch eigentlich sehr gute Freunde…

 

Quelle: Wikipedia/Thomas Ormston/CC-BY-2.0

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