Sport-Inklusionslotsen-Projekt stößt auf Anklang

Netzwerktreffen „Inklusion im Sport“: 30 Experten tauschen sich aus

Verbandsnews > Landessportbund Rheinland-Pfalz Veröffentlicht am Donnerstag, 15. November 2018

Quelle: Landessportbund Rheinland-Pfalz

Menschen mit Behinderung die Teilhabe am organisierten Sport zu ermöglichen, regionale Netzwerke und Angebote auszubauen und verbesserte Kommunikationswege zu implementieren – das ist in einem Flächenland wie Rheinland-Pfalz mit enormen Herausforderungen verbunden.

Gerade im ländlichen Raum fehlt es Vereinen nicht selten an Knowhow und dem notwendigen Rüstzeug, wie sich vor Ort inklusive Rahmenbedingungen und Sportangebote umsetzen lassen. Dieser Herausforderung möchte sich das „Sport-Inklusionslotsen-Projekt“ stellen. Beim Netzwerktreffen „Inklusion im Sport“ der Steuerungsgruppe Inklusion auf dem Campus der gpe in Mainz-Hechtsheim stellten Referentin Laura Trautmann und Sport-Inklusionsmanagerin Katharina Pape vom Landessportbund einem Kreis von fast 30 Experten das Projekt vor.

Demnach sollen bis Ende 2019 im rheinland-pfälzischen Sport insgesamt 14 so genannte Sport-Inklusionslotsen“ installiert werden. Das sind Menschen, die die Rahmenbedingungen vor Ort kennen und gut vernetzt sind. Ihre Aufgabe soll es sein, Menschen mit Behinderungen als Ansprechpartner zu dienen und sie in Sportvereine zu vermitteln. Parallel dazu sollen sie vor Ort Netzwerke pflegen, inklusive Strukturen schaffen sowie Sportangebote und barrierefreie Zugänge ausgebaut werden.

„Wir wollen das Thema Inklusion in Vereinen und Verbänden in ganz Rheinland-Pfalz platzieren“, betonte Pape, die selbst schwerhörig ist. „Es wäre natürlich eine Mammutaufgabe für unser Zwei-Mann-Team, in ganz Rheinland-Pfalz unterwegs zu sein und uns um alles zu kümmern.“ Deswegen brauche man Menschen, die vor Ort in den Vereinen sind, die Inklusionsarbeit in die Hand nehmen bzw. unterstützen, sich um die Menschen in ihrer Region kümmern und neue Angebote ins Leben rufen für die Menschen mit Behinderung. „Viele Vereine sind überlastet“, weiß Pape. „Inklusion bedeutet nicht, das Wort nur auszusprechen, sondern man muss das Thema anpacken, die Leute mitnehmen und den ganzen Verein dabei mitnehmen.“ Der LSB habe für das Projekt einen Antrag bei der „Aktion Mensch“ gestellt. „Wenn wir von der ´Aktion Mensch´ das Geld dafür bekommen, sollen die die Inklusions-Lotsen auch eine Vergütung auf Minijob-Basis bekommen.“

Wer wäre der ideale Lotse? Laut Trautmann und Pape Menschen, die selbst eine Behinderung und daran ein Interesse haben, die Vereine aufzuklären und zu sensibilisieren. Solche Lotsen hätten eine Vorbildfunktion. „Die Lotsen werden von uns geschult, sie bekommen Materialien und Kontakte“, so die Referentinnen. „Das Netzwerk, das wir haben, geben wir ihnen sozusagen mit und sie haben die Möglichkeit, sich dadurch auch weiter zu qualifizieren.“ Das Projekt soll im Januar 2019 starten und über drei Jahre laufen. „Wir wünschen uns, dass wir bis Ende 2021 so viel Aufmerksamkeit gewinnen können, dass Vereine, Städte und auch das Land die Sinnhaftigkeit des Projekts sehen, sodass sie es weiter anfeuern und unterstützen“, so Pape. Denkbar sei, dass die Vereine die Lotsen dann selbst finanzieren.

In den Augen von Olaf Röttig, Geschäftsführer des Behinderten- und Rehabilitationssportverbands RLP, sollte die Vermittlerrolle bei den Lotsen im Vordergrund stehen. Wichtig sei es, Verbündete in den Vereinen zu finden. „Es geht bei diesem Projekt darum, im Sinne einer inklusiven Gesellschaft alle Möglichkeiten des Engagements in den Blick zu nehmen“, so Röttig. Prof. Gunnar Schwarting vom LSB-Ausschuss Sport und Kommune ist es ein Anliegen, „eine Art Anforderungsprofil für die Lotsen zu entwickeln – was man von dieser Person eigentlich erwartet.“ LSB-Präsident Prof. Lutz Thieme bezeichnete das Netzwerktreffen als ein Treffen, dem ich persönlich viel Bedeutung beimesse“. In der Vergangenheit habe man sich „nicht genügend die Gelegenheit genommen, miteinander ins Gespräch zu kommen und unsere Erfahrungen miteinander zu besprechen“. Aktuell sei die Vernetzung untereinander „noch nicht so optimal“ und die Expertise werde „noch nicht so eingesetzt, wie dies sein könnte“. Das nächste Netzwerktreffen ist für November 2019 avisiert.

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