Tolle Unterstützung für unsere Topathleten

Stiftung Sporthilfe RLP feiert im Kurhaus in Bad Münster am Stein 30-jähriges Jubiläum

Verbandsnews > Landessportbund Rheinland-Pfalz Veröffentlicht am Donnerstag, 18. April 2019

Quelle: Landessportbund RLP

Sie sind leuchtende Vorbilder in einer Zeit, in der es so wahnsinnig viele Vorbilder nicht mehr gibt: Die Rede ist von den Angela Maurers, Michel Adams, Kyrylo Sonns oder auch Sophia Junks. Insgesamt 46 rheinland-pfälzische Spitzensportler kommen aktuell in den Genuss der Förderung der Stiftung Sporthilfe Rheinland-Pfalz, die am 12. April 1989 in Bad Kreuznach gegründet wurde – und am Freitagabend auf den Tag genau drei Jahrzehnte später im Kurhaus am Rheingrafenstein in Bad Münster am Stein ihr 30-jähriges Jubiläum feierte.

Die Stiftung ist längst zu einer der großen regionalen Sportstiftungen Deutschlands geworden, hat inzwischen mehr als 15 Millionen Euro eingesammelt und damit zahlreiche Spitzensportler aus Rheinland-Pfalz gefördert. Bei dem Galaabend im gediegenen Kurhaus-Ambiente waren neben diversen Topathleten von gestern und heute auch Sponsoren, Kuratoren, Freunde und Förderer mit von der Partie. Nach einem Sektempfang bot sich den 130 Gästen während des Essens ausreichend Gelegenheit, gemeinsam in Erinnerungen zu schwelgen. Auf der Gästeliste standen solch prominente Namen wie die der Olympiasieger Miriam Welte (Bahnradsprint) und Thomas Schmidt (Kanuslalom), der Weltklasse-Athleten Raphael Holzdeppe (Stabhochsprung), Christin Hussong (Speerwurf), Jonathan Horne (Karate), Kai Kazmirek (Zehnkampf), Mona Steigauf (Siebenkampf), Marion Wagner (Sprint) oder auch der von Ricarda Funk (Kanuslalom) und Ronny Weller (Gewichtheben).

„Der durchschnittliche Stundenlohn eines Topsportlers in Deutschland beträgt 7,41 Euro“, machte SWR-Moderator Holger Wienpahl deutlich. „Das ist echt schlecht – fast zwei Euro unter dem Mindestlohn.“ Die Sporthilfe sei da ein echter Segen. „Wenn es sie nicht schon gäbe, müsste eine Einrichtung wie die Sporthilfe erfunden werden mit ihrer genialen Idee, Sportler so zu fördern, dass sie überhaupt über die Runden kommen.“ Wie Jochen Borchert, kommissarischer Präsident des Landessportbundes und Vorstandsvorsitzender der Sporthilfe RLP, erläuterte, steht dabei „die persönliche Förderung der Spitzensportler, die hier groß geworden sind“, im Mittelpunkt. „Dass sie in Rheinland-Pfalz bleiben, ist natürlich unser Ansinnen.“ Ziel sei es, „einen kleinen Beitrag zu leisten, um etwas über die 7,41 Euro drüber zu kommen und die Athleten zu unterstützen, dass sie ein kleines bisschen den Rücken frei bekommen, wenn sie Fahrtkosten haben oder Trainingslager, die nicht ganz finanziert sind“.

Sportstaatssekretär Randolf Stich („Rheinland-Pfalz ist ein Sportland, Sport ist hier eines der zentralen gesamtgesellschaftlichen Themen“) bekräftigte, die Sporthilfe leiste „tolle Unterstützung für unsere Topathleten“. Mit einem jährlichen Beitrag von 50.000 Euro helfe die Landesregierung mit, dass „eine gewisse Kontinuität“ bei der Förderung vorhanden sei. Die finanzielle Unterstützung sei „nichts, was die Sportler reicht macht, aber eine gute ideelle Grundlage“. Es sei einfach ein gutes Gefühl, zu wissen, dass man unterstützt werde und eine solide Basis habe. Wie Borchert betonte, sei man bestrebt, „möglichst viele Spitzensportler oder Bundesstützpunkte hier in Rheinland-Pfalz zu halten“. Für die jährlich 500.000 Euro von Lotto die die 200.000 Euro Unterstützung durch die GlücksSpirale sei man sehr dankbar. Für eine noch bessere Förderung der Asse („Das wäre mein Wunsch“) sei allerdings eine Gesetzesänderung notwendig.

Mit dem ersten Geschäftsführer Wolfgang Dieler und dem ersten Vorsitzenden Prof. Rüdiger Sterzenbach waren auch zwei Sporthilfe-Führungsfiguren der ersten Stunde mit von der Partie. „Wir sind damals mit großen Hoffnungen gestartet, weil es eine fantastische Idee war, gute Bedingungen und Strukturen für unsere Spitzensportler zu schaffen“, rekapitulierte Dieler im Gespräch mit Wienpahl. „Mindestens genauso wichtig war es mir persönlich, ein vertrauensvolles Verhältnis zu den Sportlern aufzubauen und mitzuhelfen bei der Suche nach Arbeits- und Ausbildungsplätzen. Mir hat das unheimlich viel gegeben, wenn man sieht, wie man durch seine Arbeit Menschen dahin bringen kann, dass ihre Augen strahlen, wenn der Erfolg da ist.“ Sterzenbach freute sich, dass die engagierte Anschubarbeit der Funktionäre auf fruchtbaren Boden gefallen ist. „Finanziell sind wir heute in ganz anderen Dimensionen, als das zu unserer Zeit der Fall war.“ Ein Geschenk sei, dass man „auch eine ganze Menge vom Sport zurückbekommen“ habe.

Nachdem Ex-LSB-Präsidentin Karin Augustin und Ex-Vizepräsident Ulrich Kroeker von Jochen Borchert offiziell aus dem Stiftungsvorstand verabschiedet worden waren, fand zum großen Finale eine Auktion zugunsten der Familie des Gehörlosen-Tennisspielers Hans Tödter vom GSV Neuwied statt, der am 5. Februar nach kurzer, schwerer Krankheit verstarb. Der 36-Jährige hatte sich 2018 gemeinsam mit Urs Breitenberger den WM-Titel im Doppel gesichert und mit diesem bei der Landessportlerwahl den ersten Platz in der Kategorie „Mannschaften“ belegt. Nach dem schweren Schicksalsschlag kamen Ehefrau Nathalie vor Freude die Tränen, dass bei der Versteigerung von Spielgeräten, Leibchen und Utensilien mehrerer Topklubs sowie von Spitzensportlern wie Velagic, Kazmirek, Schmidt, Steigauf oder Stabhochspringerin Carolin Hingst die stolze Summe von 3.200 Euro zusammenkam. Den höchsten Erlös brachte dabei das original Weltmeister-Trikot von Bahnradsprinterin Miriam Welte ein – allein 1.550 Euro.

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