„Großartige Frauen bringen sich hervorragend ein“

LSB blickt auf „50 Jahre Frau im Sport“ zurück

Verbandsnews > Landessportbund Rheinland-Pfalz Veröffentlicht am Montag, 21. Oktober 2019

Quelle: Landessportbund RLP

Die Benachteiligungen von Frauen im Sport sind unerträglich und müssen konsequent abgebaut werden. Das betonte Anne Spiegel am Samstagabend bei der Festveranstaltung „50 Jahre Frau im Sport“ vor 80 Gästen im Erbacher Hof in Mainz. „Als rheinland-pfälzische Frauenministerin setze ich mich dafür mit aller Kraft ein – und nicht nur als Politikerin, sondern auch als ehemalige Kickboxerin habe ich gelernt zu kämpfen.“

Damit im Sport wirkliche Gleichstellung der Geschlechter Realität werde, brauche es mehr Frauen in Führungspositionen, um die Strukturen aufzubrechen und zu verändern, urteilte die Festrednerin. Dabei seien Mentoringprogramme und spezielle Qualifizierungsangebote für Frauen hilfreich. Laut Spiegel sind auch Netzwerke für Frauen in Führungspositionen wichtig. Um sich auszutauschen und gegenseitig zu unterstützen. Gremien und Führungspositionen des Sports müssten paritätisch besetzt sein. Strukturelle Fördermaßnahmen wie Gleichstellungspläne und Leitbilder trügen zu mehr Chancengleichheit für Frauen bei. „Weibliche Vorbilder können anderen Frauen Mut machen, ebenfalls Führungspositionen anzustreben“, so die Überzeugung der Ministerin. Zudem gelte es Frauen- und Mädchensport konsequent und auf allen Ebenen zu fördern. Vom Breitensport bis hin zum Leistungssport.

Beim Landessportbund bedankte sich Ministerin Spiegel ausdrücklich für dessen „sehr vielfältige und langjährige Maßnahmen, um in seinen Verbandsstrukturen eine stärkere Beteiligung von Frauen zu erreichen“. Die Bemühungen des LSB seien erfolgreich. „Frauen übernehmen zunehmend Führungsfunktionen im Landessportbund und sind wichtige Vorbilder für andere Frauen – damit auch diese sich Führungsaufgaben zutrauen und anstreben.“ Für sein Engagement und seine vielfältigen Aktivitäten für mehr Chancengleichheit von Männern und Frauen in Sport und Gesellschaft gebühre dem LSB ein dickes Dankeschön. Der Verband setze sich zudem seit Jahren gegen sexualisierte Gewalt und für eine Organisationskultur ein, in der Frauen und Männer ihre Potenziale und Kompetenzen gleichberechtigt auf allen Ebenen entfalten und einbringen. Spiegel, die bekanntlich auch Integrationsministerin ist, ergänzte: „Ich freue mich, dass die Sportjugend Rheinland-Pfalz auch mit Unterstützung meines Ministeriums das Projekt ´Muslimische Mädchen im Sportverein´ fördert.“ Dies sei einfach „wunderbar“, so die vierfache Mutter, die nach eigener Aussage „aus einer sportverrückten Familie“ stammt und einst selbst leidenschaftliche Leichtathletin und Surferin war. Sie wisse sehr gut „um die fantastische integrative Kraft des Sports“. Beim LSB gebe es „großartige Frauen, die ein Ziel vor Augen haben und sich hervorragend einbringen“. Spiegels eindringlicher Appell an die Protagonistinnen: „Stecken Sie nicht den Kopf in den Sand, bleiben Sie so entschlossen und mutig und kämpfen sie dafür, dass sich die Strukturen für die Frauen im Sport weiter verbessern. Sie machen eine tolle Arbeit – bitte weiter so.“

Während die rheinhessisch-äthiopische Sängerin Menna Mulugeta aus Bingen das Publikum zunächst musikalisch einstimmte und beim großen Finale mit einer Coverversion von Andreas Bouranis Ohrwurm „Auf uns“ zu einer heiteren Polonaise animierte, bei der sich auch Lotto-Geschäftsführer Jürgen Häfner und Ministerin Spiegel begeistert einreihten, nahm die für Gesellschaftspolitik zuständige LSB-Vizepräsidentin Claudia Altwasser das Publikum – darunter neben früheren Spitzensportlerinnen wie Carolin Hingst und Ellen Wessinghage auch Spielerinnen aus der 74er Meistermannschaft der Fußballfrauen des TuS Wörrstadt – auf eine Zeitreise unter dem Motto „50 Jahre Frau im Sport“ mit. Bei allen „Sportlerinnen, Kämpferinnen, Wegbegleiterinnen, Türöffnerinnen, Vorbilderinnen und Vorreiterinnen für alle Frauen im Sport“ bedankte sich Altwasser dafür, dass sie in den vergangenen fünf Jahrzehnten „Forderungen gestellt, gekämpft, diskutiert, geweint, gelacht und Netzwerke gegründet“ haben. Vor allem aber hätten diese Damen das Ziel der Gleichstellung und Anerkennung der Frau im Sport nie aus den Augen verloren: „Sie alle haben Geschichte geschrieben, bleibende Bilder hinterlassen und Wege für ihre Nachfolgerinnen geebnet.“ Auch künftig gelte es, auf immer wieder neue Herausforderungen zu reagieren und voller Elan daran mitzuarbeiten, die Benachteiligungen von Frauen im Sport konsequent abzubauen.

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