Barfuß zum Marathon-Sieg

Vor 59 Jahren: Abebe Bikila holt die erste olympische Goldmedaille für "Schwarzafrika"

Sportnews > So geschehen Veröffentlicht am Montag, 09. September 2019

Quelle: dpa - Sportreport

Abebe Bikila, der am 7. August 1932 in Jato (Äthiopien) geboren wurde, ging als erster Mensch in die Geschichte ein, der eine olympische Goldmedaille für Schwarzafrika, also den Teil Afrikas, der südlich der Sahara liegt, holte. Beim Marathon in Rom am 10. September 1960 kam er als erster ins Ziel - und das barfuß.

Vier Jahre zuvor, bei den nationalen militärischen Meisterschaften, gelang ihm ein Überraschungserfolg, als er zunächst den Seriensieger Wami Biratu besiegte und dann die Landesrekorde über 5.000 und 10.000 Meter brach. Damit qualifizierte er sich für die Olympischen Spiele 1960 in Rom, die sein endgültiger Durchbruch werden sollten: Mit 2:15:16 Stunden gewann er dort den Marathonlauf in neuer Weltbestzeit und die erste olympische Goldmedaille für Subsahara-Afrika in der Geschichte der Olympischen Spiele. Bemerkenswert daran war die Tatsache, dass er als einziger Athlet die Strecke barfuß zurücklegte. Der Grund: Seine Schuhe sollen zu sehr durchgelaufen gewesen sein und in Rom fand er keine Schuhe, die richtig passten.

Da er es gewohnt war, barfuß zu laufen, entschied er sich dazu, auch den olympischen Marathon ohne Schuhe anzugehen. Später wurde anhand von Studien ermittelt, dass es für Bikila ein Vorteil war denn mit Schuhen war der Äthiopier tatsächlich langsamer als ohne. Bis heute hält sich allerdings auch hartnäckig das Gerücht, dass er ohne Schuhe gelaufen sei, um die westliche Welt auf die Lebensverhältnisse in Äthiopien aufmerksam zu machen.

Vier Jahre später, bei den Olympischen Spielen in Tokio wiederholte er übrigens seinen Erfolg in einer neuen Weltbestzeit von 2:12:11 Stunden - diesmal aber mit Schuhen. Das machte ihn zum ersten Läufer, der einen Marathon-Sieg bei Olympia wiederholen konnte. 

Abebe Bikila starb 1973 an einer Hirnblutung, die er sich bei einem schweren Autounfall zugezogen hatte. Zu seiner Beisetzung auf dem Friedhof der St.-Joseph-Kirche in Addis Abeba erschienen 65.000 Menschen. Zu seinen Ehren wurde ein Stadion in der äthiopischen Hauptstadt nach ihm benannt und in Italien trägt eine Brücke in Ladispoli in der Provinz Rom seinen Namen. 2012 wurde er zudem in die IAAF Hall of Fame aufgenommen.

Artikel Teilen

Mehr zum Thema

Das könnte Dich auch interessieren

Neuer Rekord beim FWD im Sport

Eine neue Rekordzahl vermeldet der Landessportbund: Erstmals sind mehr als 110 Freiwillige in Sportvereinen und Sportverbänden in Rheinland-Pfalz täti...

E-Sport: konstruktiv-kritisch diskutiert

"Ich sehe keinen Grund dafür, jetzt zu sagen ‚es muss jetzt was passieren‘. Der Druck, der gerade da aufgebaut wird, kommt aus der Industrie, mit ihre...

Auf offener Straße erschossen

Der frühere Profifußballer Kelvin Maynard ist in Amsterdam getötet worden. Zwei Männer auf einem Motor-Scooter hatten das Feuer auf den fahrenden Wage...