Judoka Arthur Schnabel ist tot

Olympia-Held verstirbt bei Senioren-WM

Sportnews > Für Zwischendurch Veröffentlicht am Freitag, 26. Oktober 2018

Quelle: maRRitch / Shutterstock.com (Symbolbild)

Die deutsche Judo-Legende Arthur Schnabel ist tot. Der 71-Jährige verstarb bei der Veteranen-WM in Mexiko. Schnabel gewann 1984 bei den Olympischen Spielen die Bronzemedaille.

Er war einer der besten deutschen Judoka aller Zeiten, gewann sieben deutsche Meistertitel, sieben Medaillen bei Europameisterschaften und holte als erster deutscher Judoka der Nachkriegszeit eine Olympische Medaille 1984 in Los Angeles. Nun ist Arthur Schnabel tot. Wie am Freitag bekannt wurde, brach der 71-Jährige am vergangenen Montag bei den Veteranen-Weltmeisterschaften in Mexiko in seinem Hotelzimmer zusammen. Trotz Reanimationsversuchen, konnte er nicht mehr wiederbelebt werden. Nur wenige Tage zuvor konnte er sich die Silbermedaille sichern.

Der gebürtige Schweigerner, der allerdings nahezu sein komplettes Leben in Mannheim verbrachte, wird vor allem für seine sportlichen Erfolge, aber auch sein Engagement im Sport in Erinnerung bleiben. Unermüdlich setzte er sich für den Judosport in Deutschland ein, obwohl er selbst erst mit 22 Jahren seine Liebe zu der Kampfsportart entdeckte.

Café und Verein Olympia in Mannheim

Doch obwohl  er sich dem Spitzensport verschrieb, ging Schnabel regelmäßig seiner Arbeit als Bäcker- und Konditormeister nach. In seinem eigenen Café verbrachte er unzählige Stunden um seine Kunden mit süßen Leckereien zu verzaubern. Der Name des Ladens könnte kaum passender sein: „Olympia“!

Um sich trotz Arbeit weiterhin um den Judosport kümmern zu können, richtete er sich im Untergeschoss seines Cafés ein eigenes Fitnessstudio ein und gründete nach dem Ende seiner aktiven Karriere den Judoclub Olympia Mannheim.

Hier trainierte er fast täglich gemeinsam mit Kindern und Senioren, hielt sich selbst ebenfalls fit.

Erfolge auch im hohen Alter

So ganz konnte Schnabel seinen geliebten Sport sowieso nie los lassen. Auch in den Seniorenklassen trat er immer wieder an, konnte zahlreiche Deutsche Meisterschaften für sich entscheiden und war auch bei Welt- und Europameisterschaften nicht weniger erfolgreich. Der zweite Platz bei den Veteranen-Weltmeisterschaften vor wenigen Tagen in Mexiko ist nun also die letzte Medaille in seiner Sammlung.

Im Jahr 1992 wurde Schnabel für seine Verdienste sogar mit dem Silbernen Lorbeerblatt ausgezeichnet, die höchste verliehene sportliche Auszeichnung der Bundesrepublik Deutschland.

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