Kleiner Messi-Fan verliert sein Trikot

Auf der Flucht vor den Taliban musste er alles zurücklassen

Sportnews > Für Zwischendurch Veröffentlicht am Freitag, 21. Dezember 2018

Quelle: Wakil Kohsar / AFP / Getty Images

Der wohl größte kleine Fan von Lionel Messi muss auf der Flucht vor dem Terror sein Original-Trikot seines Idols zurücklassen. Seine Mutter hat große Angst um ihn.

Ein Bild in einer Plastiktüte machte den kleinen Murtaza vor zwei Jahren weltberühmt. Sein großer Bruder hatte dem damals Fünfjährigen aus einer blau-weißen Plastiktüte ein Trikot von Lionel Messi gebastelt. Das Bild ging um die Welt und machte auch den argentinischen Dribbel-Künstler auf Murtaza aufmerksam. Er lud seinen Fan persönlich nach Katar ein, schenkte ihm ein Original-Trikot mit Widmung. Die Welt des kleinen afghanischen Jungen war perfekt. Doch das Schicksal hat es nicht gut mit ihm und seiner Familie gemeint.

Denn die Taliban verbreiten in Afghanistan weiterhin Angst und Schrecken. Aus Angst um ihr Leben und wegen eines Angriffs auf ihre Heimatregion musste die Familie nach Kabul fliehen. Dabei verlor Murtaza alles, was ihm sein größtes Idol schenkte.

Dieses Bild machte den damals Fünfjährigen zur Berühmtheit. Das argentinische Nationaltrikot von Lionel Messi nachgebastelt aus einer blau-weiß-gestreiften Plastiktüte. (Bild: STR / AFP / Getty Images)

„Wie hätte ich den Ball mitbringen sollen, wenn ich flüchten musste?“, erzählt Murtaza laut verschiedenen Nachrichtenagenturen. Sein älterer Bruder ergänzt: „Wir sind nur in unserer Kleidung aus dem Haus gelaufen.“

Wohl kein erneutes Treffen

Mit emotionaler Stimme erzählt der afghanische Junge wie sehr er seine Sachen vermisst und vor allem wie sehr er sich wünscht, dass es zu einem zweiten Treffen mit seinem Vorbild kommt. „Wenn ich ihn sehe, werde ich ‚Salaam‘ und ‚Wie geht’s dir‘ sagen, und dann wird er sich bedanken und sagen ‚Pass auf dich auf‘. Und dann werde ich mit ihm aufs Spielfeld gehen, wo er spielen wird und ich werde ihm zuschauen.“

Doch dazu wird es wohl (zumindest vorerst) nicht kommen. Denn Mutter Schafika hat große Angst um ihren Sohn.

Der größte Tag für den kleinen Murtaza bisher. 2016 wurde er von Lionel Messi persönlich nach Katar eingeladen und durfte sein Idol treffen. (Bild: Karim Jaafar / AFP / Getty Images)

Sie befürchtet, dass die Taliban gezielt nach Murtaza jagen könnten. „Sie sagten, dass sie ihn zerstückeln würden, sollten sie ihn finden.“ Bereits vor ihrer Flucht seien sie bedroht worden. Daher kommt eine Rückkehr in ihr Dorf für die Familie nicht mehr in Frage.

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