Niki Lauda ist tot

Der Nürburgring war Laudas Start in ein zweites Leben

Sportnews > Für Zwischendurch Veröffentlicht am Dienstag, 21. Mai 2019

Quelle: picture alliance / empics

Der dreifache Formel-1-Weltmeister Niki Lauda ist tot. Der Österreicher starb im Alter von 70 Jahren. Berühmt wurde er vor allem durch seinen schweren Unfall am Nürburgring im Jahr 1976, nach dem er 42 Tage später bereits wieder ins Cockpit stieg.

Niki Lauda wurde am 22. Februar 1949 als Nikolaus Andreas Lauda in Wien geboren. Er startete zwischen 1971 und 1985 in der Formel 1 und wurde dreimal Weltmeister. Laudas erstes Formel 1-Rennen war der Große Preis von Österreich am 15. August 1971, im Jahr 1975 wurde er zum ersten Mal Weltmeister. 

Eine Saison später erlebte er aber seine wohl dunkelste Stunde, in der er nur knapp dem Tod entronn. Beim Großen Preis von Deutschland am 1. August 1976 verunglückte er auf dem Nürburgring vor dem Streckenabschnitt "Bergwerk". Dort zeichneten zwei Amateurfilmer den Unfall auf. Die Bilder zeigten später, dass Laudas Ferrari  nach der Durchfahrt des Linksknicks, der heute inoffiziell nach Lauda benannt wird, plötzlich nach außen abbiegt, gegen eine Felswand prallt, die Fahrbahn entlangschleudert und in Flammen aufgeht. Fast 200 Liter Benzin hatte der Pilot an Bord, die sich teilweise entzündeten. Lauda wurde bewusstlos. Seine Fahrerkollegen Brett Lunger, Guy Edwards, Harald Ertl und Arturo Merzario retteten Lauda aus dem brennenden Wagen. 

Er zog sich Verbrennungen am Kopf zu, außerdem atmete er giftige Dämpfe ein, die die Lunge verätzten. Ein Rettungswagen brachte den schwerverletzten ins Krankenhaus nach Adenau, von wo aus er in das Bundeswehrzentralkrankenhaus Koblenz und später ins Unfallkrankenhaus Ludwigshafen geflogen wurde, das den Piloten im Schwerverbranntenzentrum behandelte. Dort zeigte sich jedoch, dass die Lungenverätzungen durch das Einatmen des giftigen Rauchs viel kritischer als die Hautverbrennungen waren. Lauda fiel ins Koma, erholte sich jedoch schnell und begann sein "zweites Leben". Nur 42 Tage später, nach zwei verpassten Rennen, fuhr Lauda beim Großen Preis von Italien wieder mit. Er litt während des Rennens unter blutenden Wunden und eine eingeschränkte Sicht durch die Brandverletzungen. Dennoch wurde er Vierter. In den Jahren 1977 und 1984 wurde er noch einmal Weltmeister. 

Durch die Spätfolgen des Unfalls hatte Lauda sich schon zweimal einer Nierentransplantation unterziehen müssen. Außerdem musste ihm im Sommer vergangenen Jahres eine Lunge transplantiert werden. Nach einer Grippe-Erkrankung wurde er im Januar erneut im Krankenhaus behandelt, am 22. Februar, seinem 70. Geburtstag, schien es aber wieder bergauf zu gehen. Er meldete sich in einer kurzen Audio-Botschaft beim ORF: "Ich komme wieder zurück und es geht volle Pulle bergauf." 

Nun ist Niki Lauda im Kreise seiner Familie verstorben, nachdem er bereits drei Wochen im Krankenhaus lag. Ein Großer des Rennsports, der sich für immer in die Geschichtsbücher der Formel 1 eingetragen hat, ist von uns gegangen. 

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