Todesfälle überschatten Schwimm-WM

Balkon in Nachtclub kracht in Menschenmenge

Sportnews > Für Zwischendurch Veröffentlicht am Montag, 29. Juli 2019

Quelle: picture alliance/YONHAPNEWS AGENCY

Ein tödliches Unglück überschattete das Final-Wochenende der Schwimm-WM im südkoreanischen Gwangju. Als der Balkon im Nachtclub "Coyote Ugly" unter der Last der rund 350 Partygäste zusammenbricht, feierten auch viele Sportler ihre Medaillen. Zwei Menschen starben.

Mitglieder der deutschen Nationalmannschaft waren nach Angaben des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV) am vorletzten Wettkampftag nicht am Unglücksort. "Wir sind alle zutiefst bestürzt. Unser ganzes Mitgefühl gilt den Verletzten und weiteren Betroffenen", hieß es in einer DSV-Mitteilung.

Nach ersten Angaben des WM-Organisationskomitees wurden sieben Athleten, die sich in dem Club aufhielten, leicht verletzt. Die meisten Sportler und Sportlerinnen seien nach dem Unglück wieder sicher ins nahe gelegene Athletendorf zurückgekehrt. Nur einer habe noch im Krankenhaus bleiben müssen, teilte das OK mit.

Unter der Plattform in dem Club hätten zum Zeitpunkt des Einsturzes gegen 2.30 Uhr morgens zahlreiche Gäste gestanden, hieß es in Medienberichten. Sie sei etwa 2,50 Meter über dem Boden angebracht gewesen. Der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap zufolge untersucht die Polizei, ob die Einrichtung eventuell illegal erweitert worden sei. Es werde vermutet, dass der Balkon unter der Last zahlreicher Gäste eingebrochen sei. "Alles war normal, als es im wahrsten Sinn des Wortes unter unseren Füßen eingestürzt ist", sagte der Kapitän des neuseeländischen Wasserball-Teams, Matt Small, dem neuseeländischen Sender Radio Sport. Keiner der sieben oder acht Teamkollegen sei verletzt worden. "Doch jeder von uns ist ein bisschen erschüttert", so Small.

Unter den mehr als 350 Gästen des Clubs waren den Berichten WM-Teilnehmer aus den USA, Neuseeland, den Niederlanden, Italien und Brasilien – offenbar hauptsächlich Wasserballer. "Das ist eine schreckliche Tragödie", sagte der Chef der US-Wasserballer, Christopher Ramsey, in einer Erklärung. Spieler und Spielerinnen hätten in dem Club die Goldmedaille des US-Damenteams gefeiert. Das hatte am Abend im Finale die Spanierinnen klar mit 11:6 Toren bezwungen und Gold geholt. Der Schwimm-Weltverband erklärte: "Die FINA überprüft die Situation sorgfältig und wird alle Maßnahmen einleiten, um die Gesundheitsversorgung sicherzustellen und Hilfe bereitzustellen, wann immer es nötig ist."

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