Rassismus-Eklat bei Dynamo Dresden

Ordner in Shirts mit "eindeutig nationalsozialistischer Botschaft" rausgeschmissen

Sportnews > Für Zwischendurch Veröffentlicht am Montag, 02. September 2019

Quelle: picture alliance/Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Dynamo Dresden hat nach dem 3:3 gegen den FC St. Pauli Handlungsbedarf. Zwei Ordner, die T-Shirts mit "eindeutig nationalsozialistischer Botschaft" trugen, wurden entlassen. Zudem hingen "menschenverachtende Spruchbänder" im Stadion. Der Verein hat daraufhin harte Maßnahmen angekündigt.

Gesprächsbedarf bei Dynamo Dresden: In der Fankurve wurden während des Spiels mehrere beleidigende Banner gezeigt. Auf Twitter wurde zudem das Foto von zwei Ordnern geteilt, auf deren Shirts eine "eindeutig nationalsozialistische Botschaft zur Schau" gestellt wurde, wie der Klub am Tag danach bestätigte.

 

 

Nachdem sie Anweisungen nicht befolgt hatten, seien die zwei Ordnungskräfte vom Leiter des Sicherheitsdienstes zu Beginn des Spiels vom Dienst freigestellt worden und hätten sich daraufhin in den betreffenden Shirts gezeigt. Darauf ist das Symbol der SS-Totenkopfverbände zu sehen, die während des Nationalsozialismus ab 1934 mit der Bewachung der Konzentrationslager beauftragt waren.

"Diese beiden Ordner werden nie mehr direkt oder indirekt bei Veranstaltungen der SG Dynamo Dresden eingesetzt werden. Wir prüfen zudem weitere juristische Schritte", so Dynamos kaufmännischer Geschäftsführer Michael Born. Außerdem werde im Verein "eine vorbehaltlos kritische Auseinandersetzung im Hinblick auf die frauenfeindlichen und menschenverachtenden Spruchbänder stattfinden", die während des Spiels gezeigt wurden. "Wir haben rund um das Spiel gegen den FC St. Pauli mehrere verabscheuungswürdige Vorkommnisse zur Kenntnis genommen, wofür ich persönlich direkt nach dem Spiel beim Präsidenten Oke Göttlich um Entschuldigung gebeten habe", so Born.

In der Stellungnahme wurde zudem angekündigt, dass der Klub das kommende Turnustreffen mit seinen Fanvertretern nutzen wolle, "um die Dinge schonungslos an- und auszusprechen". Ziel sei es, "in Zukunft unter anderem auch in Zusammenarbeit mit unserer aktiven Fanszene solche menschenverachtenden Spruchbänder zu verhindern."

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