„Schritt für Schritt“ zum U21-EM-Titel

Mainzer U21-Nationalspieler Jonathan Burkhardt im Interview

Sportnews > Für Zwischendurch Veröffentlicht am Freitag, 19. März 2021

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Jonathan Burkhardt fährt mit der U21-Nationalmannschaft zur Europameisterschaft nach Ungarn und Slowenien. Auf dem Weg zum Titel will der Mainzer Stürmer aber nichts überstürzen.

Zwei Tore in fünf Einsätzen – Jonathan Burkhardt vom FSV Mainz 05 zeigte in der Qualifikation zur U21-EM starke Leistungen und fährt nun folgerichtig mit dem Team zur Endrunde nach Ungarn und Slowenien. In der Gruppenphase (24. - 31. März) trifft er mit Deutschland zunächst auf Co-Gastgeber Ungarn (24. März), die Niederlande (27. März) und Rumänien (30. März). Die K.o.-Phase beginnt wegen der Corona-Pandemie erst am 31. Mai, bevor am 6. Juni das Finale im slowenischen Ljubljana stattfindet.

An einen möglichen Titel will der 21-Jährige aber noch nicht denken, wie er im vereinsleben.de-Interview verrät. Außerdem spricht „Jonny“ wie er genannt wird, über die Karriere-Chancen, die ein solches Turnier bietet, die Bedeutung von U21-Nationaltrainer Stefan Kuntz für das Team und Sturm-Konkurrent Youssoufa Moukoko. Und natürlich verrät er auch seinen Favoriten.

vereinsleben.de: Jonny, in drei Tagen geht es los. Wie groß ist die Vorfreude? 

Jonathan Burkhardt: Meine Vorfreude ist riesig. So eine EM zu spielen, daran teilzunehmen, das ist schon etwas total Besonderes. Für jeden Spieler von uns. Jetzt gilt es, sich total auf diese Woche zu fokussieren, weil es ja ein kurzer Zeitraum ist, den wir für die drei Spiele haben. 

vereinsleben.de: Deutschland gehört ja schon fast traditionell zum erweiterten Favoritenkreis. Wie sehen eure Ziele aus? Beziehungsweise, was habt ihr euch vorgenommen? 

Jonathan Burkhardt: Ich würde sagen, Schritt für Schritt. Erstmal die Gruppenphase überstehen und dann können wir weiterschauen. Es ist ja jetzt auch ein bisschen zerstückelt. Deswegen sollten wir uns jetzt erstmal auf die drei Spiele konzentrieren, die wir jetzt in der Länderspielpause haben und dann können wir weitersehen. 

vereinsleben.de: Bei den letzten beiden Austragungen, kam Deutschland immer bis ins Finale. 2017 gab es da sogar den Titel. Spürst du Druck, auch bis ins Endspiel zu kommen? 

Jonathan Burkhardt: Den verspüre ich gar nicht, muss ich sagen. Es sind ja ganz andere Spieler und Jahrgänge. Deswegen waren das Vorbilder, die so weit gekommen sind, aber Druck verspüre ich keinen. 

„Riesen Plattform wo man sich zeigen kann“

vereinsleben.de: Mats Hummels, Manuel Neuer, Mesut Özil, Serge Gnabry – sie alle wurden mit der U21 Europameister und sind heute große Stars und teilweise sogar Weltmeister. Ist die U21-EM also das perfekte „Karriere-Sprungbrett“ für euch? 

Jonathan Burkhardt: Ich denke, für jeden, ja. Das ist eine riesen Plattform, wo man sich zeigen kann. Was schon viele davor gemacht haben, dass man diese Bühne als Sprungbrett nutzen kann. Und das ist für uns auch eine super Möglichkeit, ja. Definitiv. 

vereinsleben.de: Großen Anteil am bisherigen Erfolg hat sicherlich auch der Nationaltrainer Stefan Kuntz, der schon seit 2016 erfolgreich die U21 betreut. Was macht ihn und seine Arbeit aus? Was bedeutet er für euch? 

Jonathan Burkhardt: Ich denke, er schafft es jedes Mal wieder, mit neuen Jahrgängen und Spielern tolle Teams zu schaffen und einen guten Mannschaftsspirit hinzubekommen. Das zeichnet ihn aus. Und das wird auch jetzt in den drei Spielen wieder gefragt sein, dass wir als Team zusammenarbeiten. Ich glaube, das ist so seine große Stärke. 

vereinsleben.de: Er ist ja auch als Nachfolger von Jogi Löw als Bundestrainer im Gespräch. Traust du ihm das zu? 

Jonathan Burkhardt: Ich traue ihm das zu, ja. Aber sicherlich entscheiden das andere. Und das sollen auch die anderen machen. Wir freuen uns jetzt, dass wir mit ihm die U21-EM haben. Und dann sehen wir weiter.

Moukoko „wird seine Qualitäten einbringen“ 

vereinsleben.de: Mit Youssoufa Moukoko habt ihr einen neuen Spieler im Kader, der grade mal 16 Jahre alt ist … 

Jonathan Burkhardt: Ich glaube, der Altersunterschied ist unglaublich. Wenn man mit sechs Jahre älteren Jungs schon in der U21 spielt. Das muss schon was Besonderes sein. Und ich muss immer daran denken, dass ich mit meiner Schwester zusammen in einem Team spielen würde, weil die sechs Jahre jünger als ich ist. Das ist der Wahnsinn. Wir freuen uns einfach auf ihn. Er wird seine Qualitäten sicherlich einbringen. Und wollen ihm aber auf keinen Fall Druck auf die Schultern legen, weil er einfach frei aufspielen soll. Er wird sich in unserem Team sicherlich wohlfühlen. Wir haben eine gute Arbeitsatmosphäre. Und dann werden wir auch von ihm profitieren.

vereinsleben.de: Aufgrund der Corona-Pandemie ist das Turnier zweigeteilt – jetzt wird die Vorrunde gespielt, Ende Mai bis Anfang Juni dann die K.o.-Phase. Kann eine so große Pause ein Nachteil sein?

Jonathan Burkhardt: Es ist sicherlich eine besondere und auch schwierige Situation, die aber alle Teams meistern müssen. Und deswegen hat da niemand einen Vor- oder Nachteil. Aber es ist für alle schwierig, das anzunehmen.

vereinsleben.de: Frei raus: Wer ist in deinen Augen der Favorit auf den Titel? 

Jonathan Burkhardt: Wenn ich mir jetzt so die Kader angeschaut habe, hat Frankreich schon von den Namen her die stärksten Spieler dabei und gilt als Favorit. 

vereinsleben.de: Wo siehst du euch? 

Jonathan Burkhardt: Uns? Wie gesagt, ich schaue mal, wie sich das entwickelt. Wir haben uns jetzt lange nicht gesehen. Wir haben auch ein paar neue Spieler dabei. Und dann überstehen wir hoffentlich die Gruppenphase und dann können wir weitersehen. 

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