Schrott um den Hals?

Das steckt hinter den Olympia-Medaillen

Sportnews > Für Zwischendurch Veröffentlicht am Donnerstag, 22. Juli 2021

Quelle: picture alliance / SvenSimon | Frank Hoermann/SVEN SIMON

Am Freitag ist es so weit: Die Olympischen Sommerspiele 2020 in Tokio gehen an den Start. Und damit beginnt für die Olympia-Athlet*innen auch die Jagd nach dem Edelmetall – denn jede*r von Ihnen will Medaillen abstauben. Doch aus was bestehen diese eigentlich und wie viel sind sie wert?

Die Olympischen Spiele steigen in diesem Jahr vom 23. Juli bis zum 8. August in Tokio. Insgesamt 1017 Medaillen werden dabei, aufgeteilt auf 339 Wettbewerbe, verliehen. In 33 Sportarten messen sich rund 11.300 Athleten aus 206 Nationen. Doch in Tokio ist dieses Mal vieles anders, das betrifft auch die Medaillen an sich.

Auch dieses Jahr wird es die Medaillen in drei verschiedenen Varianten geben: Gold, Silber und Bronze. Eine Gemeinsamkeit dabei ist der Durchmesser von 85 Millimetern. Was macht die Traditions-Medaillen im Einzelnen aus?

Gold-Medaille:

Die wohl begehrteste Medaille besteht, im Gegensatz dazu, worauf ihr Name vielleicht schließen lässt, nicht aus reinem Gold. Es handelt sich bei der Medaille des Erstplatzierten nämlich um eine 550 Gramm schwere Silbermedaille mit einem sechs Gramm schweren goldenen Überzug. Der reine Materialwert liegt momentan, nach aktuellen Gold- und Silberpreisen, bei rund 685 €. 

Silber-Medaille:

Der Zweitplatzierte erhält ebenfalls eine Medaille aus mindestens 92,5 % Silber, die jedoch keinen Überzug bekommt. Auch diese wiegt 550 Gramm und ihr Materialpreis liegt momentan bei circa 385 €.

Bronze-Medaille:

Die Medaille des Drittplatzierten besteht aus einer Mischung aus 95 % Kupfer und 5 % Zinn. Sie wiegt insgesamt nur 450 Gramm. Auch ihr Materialpreis ist geringer, dieser liegt nach aktuellen Preisen nur bei rund 3,50 €. 

Die Besonderheit

Für die diesjährigen Olympischen Spiele hat sich Gastgeber-Land Japan etwas ganz Besonderes überlegt. Die Medaillen sind dieses Jahr ausschließlich aus Metallen hergestellt, die aus alten Elektrogeräten – zum Beispiel alten Handys – gewonnen und so recycelt wurden. Eine bereits im Jahr 2017 gestartete Kampagne rief alle Japaner*innen dazu auf, ihre nicht mehr benötigten Elektrogeräte zu spenden. 

Durch die Aktion spart sich Japan hohe Herstellungskosten und tut gleichzeitig noch etwas für die Umwelt. In den 18.000 aufgestellten Sammelstellen kamen insgesamt 78.000 Tonnen Elektroschrott zusammen.

Hergestellt wurden die Medaillen in Deutschland bei der Firma ESG Edelmetall-Service. Auf der Vorderseite sieht man ein Abbild der griechischen Siegesgöttin Nike vor dem Panathinaiko-Stadion. Die Rückseite trägt den Namen und das Logo der Veranstaltung sowie das olympische Fünf-Ringe-Symbol. Der Designer heißt Junichi Kawanishi.

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