Fußballer von Kommentator übel beleidigt

Schockierende Worte sind Teil einer Aufklärungs-Kampagne

Sportnews > Für Zwischendurch Veröffentlicht am Dienstag, 16. November 2021

Quelle: picture alliance / TT NYHETSBYR?N | Christine Olsson/TT

Der schwedische Fußball-Klub AIK Solna veröffentlicht ein Video, bei der Kommentator die eigenen Spieler heftig beleidigt. Hinter dem Clip steckt eine ernste Botschaft, die der Verein verbreiten möchte.

„Brecht ihm die Beine, damit er nie wieder laufen kann. Dann sind wir ihn endlich los.“
„Manchmal wünscht man sich, seine Eltern hätten sich nie getroffen, damit er nicht geboren wird.“
„Es ist nicht die Schuld des Schiedsrichters, dass du sche**e bist. Verpiss dich.“ 

Das sind nur einige Auszüge an schockierenden Sätzen, die der schwedische Fußball-Kommentator Niklas Jarelind in einer „Highlight-Zusammenfassung“ des Spiels zwischen AIK Solna und Östersund FK (3:0) verwendet.

In dem Video, das AIK unter dem Titel „Football Lowlights“ selbst veröffentlichte, sind keine sportlichen Glanzleistungen der Profis zu sehen, sondern zahlreiche missglückte Aktionen wie Fehlpässe, verstolperte Bälle oder leichtfertig vergebene Chancen. Jarelind kommentiert diese Szenen mit teils abscheulich beleidigenden Sätzen.

Hass-Kommentare sind Teil von Kampagne

Natürlich stammen diese harten Worte aber nicht von dem Fußball-Kommentator selbst. Es sind Original-Kommentare, die der Verein im Jugendbereich ausfindig machen konnte. 

„Unangenehm? Unsere Kinder begegnen dieser Ausdrucksweise online. Jeden Tag. Die Kommentare basieren auf Nachrichten, die sich Jugendfußballer gegenseitig in Social Media geschrieben haben“, schreibt der Verein im Abspann des Videos.

Das Video ist Teil der Bildungsinitiative „The Digital Locker Room“. Ziel ist es, digitales Mobbing bei Kindern und Jugendlichen zu bekämpfen. Der Klub wolle Diskussionen anregen und sich so für ein gesünderes Klima im Internet einsetzen: „Es gibt wahrscheinlich viele, die sich schon aufregen, wenn sie die Worte im Video hören. Aber stellen Sie sich vor, sie sind an Sie gerichtet. Das passiert bei vielen Kindern und Jugendlichen täglich. Indem wir das Problem erkannt haben, haben wir begonnen, für eine Veränderung zu arbeiten“, so Max Bergander, Leiter Werte und Verhaltenskodex bei AIK.

Für Jarelind sei es unterdessen „der mit Abstand schwierigste Fußballclip gewesen, den ich je kommentiert habe.“ 

Weiter erzählt er: „Auch wenn es ein Schlag in die Magengrube war, harte Worte zu sagen, ist es wichtig, klarzumachen, dass es Konsequenzen gibt, die über die Traurigkeit eines Menschen in diesem Moment hinausgehen. Es gibt Wunden, die bleiben werden, und das hat langfristige Folgen für den Einzelnen und die Gesellschaft.“

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