Serbische Basketball-Farce

Top-Team verzichtet aus Angst vor eigenen Fans auf Play-offs

Sportnews > Für Zwischendurch Veröffentlicht am Montag, 13. Juni 2022

Quelle: picture alliance/dpa | Andreas Gora

Aus Angst vor den eigenen Fans entschließt sich der serbische Top-Klub Partizan Belgrad zu einem drastischen Schritt. Die Verantwortlichen schießen in einem Statement gegen die Anhänger.

Diese Entscheidung sorgt für reichlich Zoff!

Wie die Verantwortlichen des serbischen Basketball-Klubs Partizan Belgrad bekannt gaben, verzichtet der Verein freiwillig auf die Teilnahme an den Play-offs in der heimischen Super League. Grund für diesen drastischen Schritt sind ausgerechnet die eigenen Fans.

Während der Finalserie in der Balkan-Liga ABA – dort tritt Partizan ebenfalls an – traf das Team aus Belgrad vor kurzem auf Erzrivale Crvena Zvezda. Während den fünf Spielen gegeneinander kam es immer wieder zu schweren Ausschreitungen unter den Fans beider Mannschaften, darunter auch tätliche Angriffe auf Spieler und Schiedsrichter. 

Der Partizan-Vorstand zog nun die Reißleine: „Diese Entscheidung wurde nach den Ereignissen in den ABA-Endspielen getroffen. Trotz der Aufrufe der Verantwortlichen beider Mannschaften gab es in den Spielen zahlreiche Vorfälle, die die Sicherheit der Profis und Schiedsrichter gefährdet haben. Diese Vorfälle führten zu Geldstrafen, Tribünen-Sperrung und dazu, dass sich der serbische Basketball vor den Augen der Welt blamiert hat“, heißt es in einer Erklärung.

Durch den Verzicht wolle man „eine Botschaft senden. Wir wollen nicht länger Teil dieser Hooligan-Festspiele sein – egal, ob diese Hooligans Fans von Crvena Zvezda oder Partizan sind.“

Weiterhin gaben die Verantwortlichen in dem Statement offen zu, dass man neue Skandale befürchte: „Wir haben keinen Zweifel, dass die Play-offs nur zu weiteren Ausschreitungen von Gewalttätern führen würden, die unseren Sport zerstören wollen.“

„Enormer Schaden“ für serbischen Basketball

Hitzige Duelle auf und neben dem Platz stehen im osteuropäischen Basketball beinahe regelmäßig auf der Tagesordnung. Das soll sich der Hoffnung der Partizan-Verantwortlichen nach künftig ändern. 

Für Liga-Boss Aleksandar Gurjin wirft der drastische Schritt von Partizan kein gutes Licht auf die Sportart in Serbien: „Die Entscheidung hat dem serbischen Basketball, der Liga, aber auch dem Staat Serbien, der viel in unseren Sport investiert, einen enormen Schaden zugefügt. Auch die lokale Presse reagiert geschockt: „Wieder einmal spricht die Welt über unseren Basketball. Wieder einmal auf eine Art und Weise, die wir nicht wollen!“

Wie es in den Play-offs nun weiter gehen soll, muss nun ein Schiedsgericht des nationalen Verbandes entscheiden. Partizan hätte am vergangenen Freitag zum ersten Spiel gegen KK FMP Beograd antreten müssen. 

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