Fieser Keeper

Hampelnder Torhüter sichert Australien die WM-Teilnahme

Sportnews > Für Zwischendurch Veröffentlicht am Dienstag, 14. Juni 2022

Quelle: picture alliance / Kyodo | -

In einem wahren Elfmeter-Krimi hat sich Australien mit einem 5:4 Sieg über Peru das vorletzte Ticket für die WM in Katar gesichert. Der eingewechselte Ersatztorhüter Andrew Redmayne wurde dabei zum umstrittenen Helden.

In Peru gibt es eine verrückte Fußballtradition: Vor wichtigen Spielen der Nationalmannschaft treffen sich einige Schamanen auf einem heiligen Berg, um ihrem Team den Beistand der Götter zu sichern. Dieses Mal hatten es die Schamanen sogar speziell auf den gegnerischen Torwart abgesehen: „Wir haben dem Torwart Australiens ein Ritual angedeihen lassen, damit er schlecht steht und das Tor für unsere Mannschaft in Reichweite kommt“, sagte ein peruanischer Schamane namens Miguel de los Santos.

Womit die Peruaner offenbar nicht gerechnet haben: Der australische Nationalcoach Graham Arnold wechselte kurz vor dem Elfmeterschießen einfach seinen Ersatztorhüter Andrew Redmayne ein!

„Ich dachte, es könnte sie mental treffen“, erklärte Arnold später. „Sie werden wahrscheinlich gedacht haben: Warum bringt der den jetzt? Der muss ziemlich gut sein.“

Keeper wird zum Hampelmann

Und siehe da: Der extrovertierte 1,94 Meter-Hühne tanzte nicht nur die Schamanen, sondern auch die peruanischen Schützen aus! Denn während sich die Peruaner auf ihre Elfmeter vorbereiteten, hampelte Redmayne trotz Ermahnung wild auf seiner Linie herum.

Der Australier versuchte es dabei mit allen Tricks: Er hampelte auf der Linie, wedelte mit den Armen, drehte dem Schützen den Rücken zu oder stand nur auf einem Bein. Und natürlich wartete der 33-Jährige auch ganz lange, bis er vor der Ausführung auf die Linie zurückging.

Seine unsportlichen Aktionen hatten durchaus Erfolg. Erst traf ein Peruaner den Pfosten, dann hielt der australische Schlussmann den entscheidenden Elfer.

Elfer-Spickzettel „professionell“ entsorgt

Bemerkenswert war auch, dass der Torhüter bei vier von sechs Schüssen in die richtige Ecke sprang. Seinem peruanischen Torwart-Konkurrenten gelang das nicht – und zwar aus gutem Grund!

Denn Redmayne hatte die Trinkflasche von Perus Torwart Pedro Gallese entdeckt. Darauf standen die Lieblingsecken der australischen Schützen. Vor dem dritten Elfmeter entsorgte Australiens Keeper die Flasche samt Spickzettel einfach heimlich hinter einer Werbebande!

Besonders sympathisch wirkte Redmayne mit seinen doch recht unfairen Aktionen nicht. Er feierte sich selbst auch noch ordentlich ab, stellte aber nach dem Spiel klar: „Ich will den Erfolg nicht für mich reklamieren, ich bin den Jungs dankbar, die 120 Minuten auf dem Feld gestanden haben.“

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