Leichtathletik-Stars sauer auf Merkel

Merkel weißt Vorwürfe entschieden zurück

Sportnews > Für Zwischendurch Veröffentlicht am Montag, 13. August 2018
Christina Schwanitz bei der Leichtathletik-EM in Berlin

Quelle: Cameron Spencer / Getty Images

Die deutschen Leichtathletik-Stars haben bei der Heim-EM kräftig abgesahnt. Bundeskanzlerin Angela Merkel war jedoch nicht anwesend, was besonders zwei Athleten sauer aufstößt.

Insgesamt 19 Medaillen, darunter 6 Goldene, konnte das DSV-Team bei der heimischen Leichtathletik-EM im Berliner Olympiastadion feiern. Eine die dem Spektakel allerdings fernblieb, ist Bundeskanzlerin Angela Merkel. Kugelstoß-Vize-Europameisterin Christina Schwanitz kritisierte das Fehlen von Merkel nun scharf.

Im „Aktuellen Sportstudio“ im ZDF meckerte die 32-Jährige am vergangenen Samstag: „Was ich mich frage: Warum war Frau Merkel nicht da?“ Schließlich sei sie damals ja Brasilien zur Fußball-WM geflogen. Tatsächlich war Merkel beim Finale in Rio de Janeiro vor Ort, feierte mit Schweinsteiger, Lahm & Co. den Titelgewinn.

Mangel an Wertschätzung

Laut Schwanitz sei das Fernbleiben von Merkel kein gutes Zeichen an die Leichtathletik: „Jetzt, wo es im eigenen Land ist, und es ja nicht erst seit gestern bekannt, ist sie nicht da. Das finde ich ziemlich schade. Da sieht man die Wertschätzung“, schimpfte Schwanitz über Merkel, die in den vergangenen Tagen offiziell im Urlaub weilte.

Mit einer Weite von 19,19 Metern holte sich Kugelstoßerin Christina Schwanitz den Vize-EM-Titel. (Bild: Alexander Hassenstein / Getty Images)

„Trotzdem hätte sie einen kleinen Abstecher machen können oder vielleicht einen kleinen Gruß ins Stadion schicken, das ist nicht verkehrt“, pflichtete auch Zehnkampf-Europameister Arthur Abele seiner Kollegin bei.

Merkel weist Kritik zurück

Die Bundeskanzlerin selbst antwortete am Montag derweil über ihren Regierungssprecher Steffen Seibert: „Die Bundeskanzlerin verfolgt und begeistert sich für ganz verschiedene Sportarten, unabhängig davon, ob sie bei Wettkämpfen im Stadion ist oder nicht.“

Dass sie sich nur für Fußball interessiere, sei nicht korrekt. „Fußball ist ihr wichtig, aber als Sportfan interessiert sie sich auf für andere Disziplinen, und sie weiß sehr genau, dass auch in Disziplinen, in denen die Gewinner nicht Millionengagen verlangen können oder bekommen, ganz Bewundernswertes geleistet wird“, so Seibert.

Er ist der König von Berlin: Zehnkampf-Europameister Arthur Abele. (Bild: Matthias Hangst / Getty Images)

Nachträgliche Gratulation an alle Teilnehmer

Einen Tag nach Ende der Europameisterschaft ließ Merkel dann auch noch ihre Glückwünsche übermitteln. „Glückwünsche an alle deutschen Medaillengewinner, aber auch an die, die auf den hinteren Plätzen für sich persönlich Großes geleistet haben.“

Zwei Titel nach RLP

Aus Rheinland-Pfalz konnten übrigens sowohl Speerwerferin Christin Hussong als auch Gesa Felicitas Krause über die 3.000 Meter Hindernis den EM-Titel gewinnen!

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